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Hawaii in Angst (0)

Erdbeben und Vulkanausbruch treffen Inselkette

07.05.2018, 07:49

Auf Hawaii gibt die Erde keine Ruhe: Zuerst bricht einer der aktivsten Vulkane der Welt aus. Dann trifft das schwerste Beben seit 1975 die Pazifik-Inselkette. Ein Ende der Gefahr ist vorerst nicht in Sicht, sagen Experten.

Für Hawaii nimmt das Schrecken kein Ende: Wenige Tage nach einem Vulkanausbruch haben schwere Beben die zu den USA gehörende Inselkette erschüttert. Im Abstand von nur einer Stunde trafen am Freitag Erdstöße der Stärke 5,4 und 6,9 die Inseln im Zentralpazifik, gefolgt von Dutzenden schwächeren Nachbeben, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Das letztere Erdbeben war das stärkste, das seit 1975 auf Hawaii gemessen wurde.

Der Zivilschutz warnt nach dem Vulkanausbruch vor Lava und einer lebensgefährlich hohen Schwefelgas-Konzentration in der Luft. Fünf Häuser fielen offiziellen Angaben zufolge bislang der Lava zum Opfer. Die Erschütterungen begannen am Freitag, der Vulkan Kilauea brach am Donnerstag aus. Entwarnung gab es nicht, Geologen vor Ort gingen davon aus, dass die Erde weiter aktiv bleibt. Laut USGS wurde Hawaii in der vergangenen Woche von mehr als 1100 überwiegend schwächeren Erdstößen getroffen. Die zwei großen Beben am Freitag lösten Panik in betroffenen Gebieten aus. Menschen rannten aus Angst ins Freie, in der Ortschaft Leilani wurden Hunderte in Sicherheit gebracht.

Berichte über Verletzte gab es nicht. Bei rund 14.400 Kunden des Stromversorgers Hawaii Electric Light fiel der Strom wegen einer beschädigten Umspannstation zeitweise aus.

Das Zentrum des Bebens lag unweit des Vulkans Kilauea auf Big Island, der größten Insel des Archipels im Pazifik, nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche. Es wurden kleinere Tsunami-Wellen registriert, eine Gefahr bestand nach Angaben der Behörden nicht. Fernsehbilder und Videos in sozialen Netzwerken zeigten, wie Straßen aufrissen und glühende Lava meterhoch aus dem Spalt pulsierte.

Mancherorts löste das kleinere Waldbrände aus. Am Samstag kam es wegen durch Lava beschädigte Leitungen zu Wasserknappheit in Leilani. Die lokalen Behörden veröffentlichten eine Karte mit sieben eingezeichneten Spalten in Leilani im Osten von Big Island. Die meisten Verkehrswege auf Hawaii seien aber intakt geblieben, teilte die örtliche Verkehrsbehörde mit.

Der Kilauea hatte am Donnerstag heiße Asche und glühende Lava gespuckt. 1700 Bewohner von Big Island waren zuvor auf den möglichen Ausbruch hingewiesen und vorsichtshalber zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgefordert worden. Ein kurzzeitig verhängtes Start- und Landeverbot auf dem Internationalen Flughafen wurde nach Inspektion der Pisten schnell wieder aufgehoben. Im Flugverkehr von und nach Hawaii gab es seither keine weiteren Einschränkungen.

Der Kilauea gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Auf der zu den USA gehörenden Inselkette Hawaii leben etwa 1,5 Mio. Menschen. Laut Vulkanwarte gibt es dort sechs aktive Vulkane. Brechen die für Hawaii typischen Schildvulkane aus, kann Lava nicht nur aus dem Krater fließen, sondern auch durch unterirdische Risse andernorts an die Oberfläche dringen. (dpa)

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