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IHA-Hauptgeschäftsführer zweifelt Ergebnisse an (0)

Streit um Hotel-Studie

15.05.2018, 13:03

Der Direktvertrieb für Hotels rechnet sich nicht. So das Ergebnis einer neuen Studie des Europäischen Dachverbandes der Online-Portale (ETTSA). Für Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer der deutschen Dependance des Internationalen Hotelverbandes, eine Untersuchung zum „Fremdschämen“.

IHA-Hauptgeschäftsführer Markts Luthe kritisiert die „dürftige wissenschaftliche Basis“ der ETTSA-Hotelstudie und zweifelt deren Ergebnisse massiv an.
Foto: Christian v. Polentz/transitfoto.de

Seit einiger Zeit bemüht sich die Hotellerie die Abhängigkeit von den großen, internationalen Buchungsplattformen zu reduzieren und im Gegenzug den eigenen Direktvertrieb zu forcieren. Folgt man einer kürzlich veröffentlichten Studie der Analysefirma Infrata, dann rechnet sich diese Vertriebspolitik nicht.

Denn unter dem Strich verbessert sich das Netto-Ergebnis der Hotels durch den Direktvertrieb laut der im Auftrag der European Technology and Travel Services Association (ETTSA) erhobenen Studie lediglich um 0,03 Prozent – ein zu vernachlässigender Wert. Letztlich, so die Untersuchung, liefen die Hotels bei einem Rückzug von großen Reservierungsplattformen sogar Gefahr, Kunden und Nachfrage zu verlieren.

Das – indirekte – Plädoyer für den Vertrieb über große Portale sorgt bei der Hotellerie jetzt für Widerspruch. Markus Luthe, Hauptgeschäftsführer der hiesigen Dependance des Internationalen Hotelverbandes IHA, sieht gar Anlass zum „Fremdschämen“.

Er sieht in der Untersuchung „gravierende systematische Mängel“ und hat erhebliche Zweifel an der Methodik und der Ergebnisoffenheit der Studie. So liegen nach seinen Beobachtungen die Kosten des Eigenvertriebs bei den online versierten Hotels in Deutschland um „um mindestens ein Fünftel bis ein Drittel unter denen des günstigsten Fremdvertriebs“. Seine Folgerung und Botschaft: Eigenvertrieb lohnt sich für Hotels eben doch.

Bei seiner Kritik bezieht sich Luthe auch auf eine Auswertung der Studie durch die IT-Firma Triptease. Deren Analysten werfen der Studie unter anderem vor, Marktdynamiken wie Nachfrageveränderungen auszublenden. Wobei die Neutralität von Triptease mindestens so zweifelhaft ist, wie die von Infrata. Schließlich verdient Triptease sein Geld mit dem Verkauf von Direktvertriebssystemen an die Hotels.

Luthe ärgern allerdings nicht nur die Ergebnisse der Studie, ihn stören auch die Schlüsse, die ETTSA-Generalsekretärs Christoph Klenner aus der Untersuchung zieht. Denn der unterstellt den Hotels, dass es ihnen beim Ausbau des Eigenvertriebs vor allem darum gehe, für den Endverbraucher Transparenz und Vergleichbarkeit zu reduzieren. Für Luthe eine geradezu diffamierende Schlussfolgerung: „So geht man unter (Vertriebs-)Partnern nicht miteinander um.“ (MAJ)

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