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Klage gegen Etihad (0)

Air-Berlin-Gläubiger dürfen hoffen

07.05.2018, 11:24

Nun läuft wohl alles auf eine Klage gegen den einstigen Großaktionär der Air Berlin hinaus. Sobald die geschätzten Prozesskosten von 20 Mio. Euro zusammen sind, könnte es losgehen.

Im August 2017 versiegte der stetige Geldfluss aus Abu Dhabi an Air Berlin. Wenige Monate später blieb die Flotte dann ganz am Boden.
Foto: Air Berlin

Wie wertvoll ist eigentlich ein „Letter of Support“ eines Großaktionärs? Gutachten, die dem Gläubigerausschuss der Air Berlin vorgelegt wurden, sehen jedenfalls gute Aussichten, dass erhebliche Zahlungen von Etihad einklagbar sind. Nun berichtete die „Bild am Sonntag“, dass die renommierte Anwaltskanzlei Latham & Watkins für Air-Berlin-Gläubiger vor Gericht ziehen soll. Laut der Sonntagszeitung liefen bereits Verhandlungen mit drei Prozessfinanzierern, die erwartete Prozesskosten in Höhe von etwa 20 Mio. Euro vorschießen könnten. Bereits Ende Juli könnte die Klage vor einem deutschen Gericht eingereicht werden.

Im Erfolgsfall könnte Etihad gerichtlich dazu verdonnert werden, mehrere hundert Millionen Euro zu zahlen. Denn die im April 2017 im „Letter of Support“ garantierte finanzielle Unterstützung der Air Berlin für mindestens 18 Monate wurde schließlich bereits nach nur sechs Monaten faktisch gebrochen, die Zahlungen abrupt eingestellt. Um den Flugbetrieb trotzdem fortführen zu können, gewährte die Bundesregierung kurz vor der Bundestagswahl einen Überbrückungskredit in Höhe von 150 Mio. Euro. Davon konnte nach dem endgültigen Aus der Air Berlin nicht einmal die Hälfte – die Rede ist von 61 Mio. Euro – zurückgezahlt werden. Somit zählt auch der deutsche Staat zu den Großgläubigern der Air-Berlin-Pleite. (LS)

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