Home

Verkehrszahlen April (0)

Air France fällt erneut zurück

von Lutz Schmidt, 11.05.2018, 17:39

Die Streiks bei Air France sorgen für zusätzliche Marktanteilsverluste der Full Service Airlines in Europa. Doch das liegt keinesefalls nur an den stolzen französischen Piloten.

Für erheblichen Stillstand sorgten die Streiks von Crews der Air France. Europas drittgrößte Full Service Airline beförderte im April lediglich 3,9 Mio. Passagiere und damit 8,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.
Foto: Christophe Leroux Air France

Im Kalendermonat April zeigte sich einmal mehr, dass gegen den Siegeszug der Billigflieger auf kurzen und mittleren Strecken kein Kraut gewachsen ist. Das zeigt sich auch in den Konzernen selbst. Bei der Lufthansa Group überholte erstmals Eurowings (inklusive Brussels Airlines) die Swiss bei der wesentlichsten Ziffer für die Größe einer Airline, den verkauften Sitzplatz-Kilometern (siehe Tabelle ganz unten).

Dabei war die Swiss im Kalendermonat April alles andere als wachstumsschwach. Um 11,2 Prozent erhöhte sich die Zahl der abgesetzten Sitzplatz-Kilometer, bei der Schweizer Airline, die nun nicht mehr die Nummer zwei im Lufthansa-Konzern ist. Ein zweistelliges Passage-Wachstum sucht man in Europa abseits der Billigflieger ansonsten vergebens.

Zum Vergleich: Die Kerngesellschaft Lufthansa legte im Absatz der Sitzplatz-Kilometer im April lediglich um 1,7 Prozent zu und der Sitzladefaktor verringerte sich dabei zudem um 1,7 Punkte auf 80,7 Prozent. Immerhin entwickelte sich der durchschnittliche Ticketertrag (währungsbereinigt) positiv.

Innerhalb der Lufthansa Group war im April Eurowings einmal mehr der Überflieger. Um 17,0 Prozent schnellte der Absatz an Passagier-Kilometern in die Höhe. Damit dürfte das Billigfluggeschäft der Lufthansa Group weitaus schneller als das von Ryanair und Easyjet gewachsen sein. Da die beiden Branchenriesen aber abseits ihrer Jahresberichte kaum valide Zahlen liefern, muss man mit recht groben Zahlen vorlieb nehmen. So setzte Ryanair für den Kalendermonat April 12,3 Millionen und Easyjet knapp 7,5 Mio. Tickets ab.

Norwegian, Wizzair und Eurowings boomen

In Sachen Verkehrszuwächse lief es im April für die beiden konzernunabhängigen Billigflieger Norwegian und Wizzair am besten. Zwar beförderte Norwegian insgesamt nur gut drei Millionen Passagiere (plus 15,6 Prozent) doch erhöhte sich der Absatz vor allem wegen der boomenden Fernflüge um 44 Prozent auf 6,7 Milliarden verkaufte Passagier-Kilometer.

Von solchen Wachstumsraten können größere Billigflieger mittlerweile nur noch träumen. Ganz zu schweigen von den Low Cost Airlines der großen Airline-Konzerne. So kommt die zur IAG gehörende Vueling nur auf ein Plus von 6,9 Prozent bei den abgesetzten Sitzplatz-Kilometern. Und bei der zu Air France-KLM gehörenden Transavia legte dieser Wert gar nur um 4,3 Prozent zu.

Unter dem Strich gehen die Marktanteilsverluste der großen Full Service Airlines in Europa unvermindert weiter. Beschleunigt wird das Ganze momentan auch noch von den andauernden Streiks bei Air France. Die größte Airline Frankreichs büßte gegenüber dem April 2017 so 8,7 Prozent ihrer Passagiere ein und kommt für den diesjährigen April nur noch auf gut 3,9 Mio. Fluggäste. Diese starke Rückgang sorgte auch dafür, dass die gesamte Air France-KLM Group im vergangenen Monat nur 8,2 Mio. Passagiere (minus 2,5 Prozent) befördern konnte. Zum Vergleich: Die IAG, zu der British Airways, Iberia, Vueling und Aer Lingus gehören, beförderte knapp 9,2 Mio. Passagiere (plus 4,4 Prozent) und die Lufthansa Group 12,2 Mio. Passagiere (plus 9,1 Prozent).

Im April 2018 abgeflogene Passagier-Kilometer („Revenue Passenger Kilometres“):

  • Lufthansa 13,437 Milliarden (plus 1,7 Prozent)
  • British Airways 12,400 Milliarden (plus 0,0 Prozent)
  • Air France 10,922 Milliarden (minus 8,7 Prozent)
  • KLM 9,100 Milliarden (plus 4,0 Prozent)
  • Norwegian 6,695 Milliarden (plus 44 Prozent)
  • Iberia 4,836 Milliarden (plus 10,9 Prozent)
  • Wizzair 4,396 Milliarden (plus 18,9 Prozent)
  • Eurowings 4,340 Milliarden (plus 17,0 Prozent)
  • Swiss 4,336 Milliarden (plus 11,2 Prozent)
  • Vueling 2,630 Milliarden (plus 6,9 Prozent)
  • Transavia 2,347 Milliarden (plus 4,3 Prozent)
  • Austrian Airlines 1,846 Milliarden (plus 3,2 Prozent)
  • Aer Lingus 1,842 Milliarden (plus 0,8 Prozent)

0 Leser-Kommentare

Google
Jetzt für Newsletter anmelden
  • Weitere Business Travel-News
Alle News im Überblick