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Luxus liegt im Trend

von Oliver Graue, Sabine Neumann, 16.11.2017, 17:30

Speziell an ein gehobenes Kundensegment wenden sich großzügig und edel ausgestattete Langzeithäuser. Ein Überblick.

Angenehm leben: Luxus liegt im Trend.
Foto: Christian Behnke

Sie schießen in den Großstädten mittlerweile wie Pilze aus dem Boden: Serviced Apartments. Gerade für Geschäftsreisende, die länger unterwegs sind – etwa im Rahmen einer Projektarbeit oder beispielsweise als Berater – gelten sie als gern gewählte Alternative zum Hotelzimmer. Denn in den flächenmäßig deutlich großzügiger gehaltenen Apartments mit eigener Küchenzeile können die Gäste einen Komfort wie in ihrer eigenen Wohnung genießen – verbunden mit dem entsprechendem Hotelservice. Weltweit soll es derzeit 825.000 Möglichkeiten geben, in einem solchen Langzeithotel zu wohnen. Immerhin hat sich der Markt in den vergangenen acht Jahren damit glatt verdoppelt.

Dabei schälen sich auch innerhalb des Sektors der Serviced Apartments mehr und mehr eigenständige Bereiche heraus. Als Trend gelten beispielsweise die sogenannten Luxury Serviced Apartments: Angebote, die sich an einen gehobenen Kunden- und Gästekreis wenden, insbesondere an Geschäftsführer, Vorstandschefs und Führungskräfte aus dem In- und Ausland. Das können Top-Manager nationaler Unternehmen sein –aber auch Gäste etwa aus den arabischen Staaten oder Fernost.

Für gehobene Gästekreise

„Mit unseren jüngsten Häusern in Düsseldorf, München und Wien haben wir unseren Unternehmenskern weiterentwickelt und sprechen einen erweiterten, gehobenen Kunden- und Gästekreis an“, erläutert Tim Düysen, Marketingchef der Derag Livinghotels, das Konzept: „Hier ist neben der Pole-Position-Lage der Objekte, also immer im Zentrum der jeweiligen Stadt, und der stattlichen Größe der Apartments von bis zu 85 Quadratmetern, gerade auch die Ausstattung der Häuser bestimmend.“ So setze die Kette, die ihre erste Unterkunft im Jahr 1982 eröffnete und damit zu den Pionieren im Sektor der Langzeithotels gehört, in diesem Bereich auf „klassisch zeitloses Interieur, Original- Kunstwerke und natürlich schöne Materialien, auf denen man sich einfach gern niederlässt“, wirbt Düysen. Auch eine komfortable Dachterrasse, ein Innenhof oder ein herrlicher Panorama-Blick über die Stadt gehörten dazu.

Das Angebot der Luxury Serviced Apartments wendet sich den Worten des Marketingchefs zufolge vor allem an jene, die es auch privat gewohnt seien, großzügig zu wohnen und dies auf Geschäftsreise nicht missen wollten. „Mit den eigenen vier Wänden können und wollen wir nicht konkurrieren, aber unser Anspruch ist es durchaus, dass sich die Reisenden bei uns ein Stück weit zuhause und rundum wohl fühlen“, so Düysen.

Suiten bis zu 250 qm Größe

Inzwischen hat der deutsche Marktführer diese Apartment-Kategorie auch in die meisten seiner Bestandshäuser integriert. So wurde im Münchner Derag-Livinghotel „Prinzessin Elisabeth“ eine Suite neugeschaffen, die sich über gleich drei Ebenen erstreckt. Und eine sagenhafte Größe von sogar 250 Quadratmetern misst die Fürstensuite im „De Medici“ in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf.

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Ausländische Marken kommen

Auch wenn der Luxus bei Derag ausgesprochen umfangreich ist – die einzigen Anbieter, die auf weit mehr als eine billige Hotelalternative setzen, sind die Münchner nicht. So haben die Gorgeous Smiling Hotels (GSH), die knapp 50 Hotels vor allem in Deutschland und Österreich betreiben, erst kürzlich in Stuttgart ihr erstes „Design Longstay & Boardinghouse“ der neuen Arthotel ANA-Kollektion eröffnet.

Der Fokus sowohl für das gesamte Haus als auch für die 63 Zimmer legt der Betreiber aus Augsburg auf ein möglichst stylishes Ambiente. Annehmlichkeiten wie der große TV-Bildschirm, kostenloses W-LAN sowie ein Minishop mit Dingen für den täglichen Bedarf gehören dazu.

Aber auch andere Anbieter, die bis dato vornehmlich im Ausland aktiv waren, streben zunehmend auf den deutschen Markt. Ein Beispiel dafür ist Citadines, eine Marke des in Singapur beheimateten Hotelkonzerns Ascott. Er verfügt inzwischen über vier Citadines-Häuser in Deutschland. Eher als Zwitter zwischen Hotel und Boardinghaus verstehen sich hingegen Marken wie Adina oder Adagio vom französischen Accor-Konzern.

Im Vergleich zum Beispiel zu Großbritannien ist das Segment in Deutschland jedoch insgesamt noch deutlich kleiner. Auf dem britischen Markt, der allerdings auch durch hohe Hotelpreise gekennzeichnet ist, konkurrieren zahlreiche Anbieter um die Gunst der Langzeitkunden. Vergleichsweise neu in Deutschland ist die Möglichkeit, analog zu „normalen“ Hotels auch Serviced Apartments online und sofort buchen zu können. Großer Anbieter ist das vor zwei Jahren in Frankfurt gegründete Portal Acomodeo. Spezialisiert auf möblierte Wohnungen für Langzeitaufenthalte – auch mit Serviced Apartments im Angebot – ist Homelike.

Service nach Wahl

Hierzulande dominieren nach wie vor Einzelanbieter. Deutlich wird dies beispielsweise auf Veranstaltungen wie der jährlichen Preisverleihung „So Apart“ in Berlin, initiiert vom Anbieter Apartmentservice. Besonders in der Kategorie „Die kleinen Feinen“ finden sich unter den Bewerbern fast ausschließlich privat betriebene Einzelunterkünfte. Gerade bei diesen stehen Kriterien wie edle Einrichtung und guter Service jedoch meist ganz oben an.

Um das passende Maß an Service zu erhalten, können sich Gäste bei den Derag Livinghotels übrigens in allen 16 Häusern ihre Wünsche anhand eines Baukastensystems selbst zusammenstellen. Selbstverständlich sind dabei regelmäßiger Reinigungs-, Wäsche- und Brötchenservice. Wer will, kann sich seinen Kühlschrank vom Service-Personal des Hauses regelmäßig füllen lassen. Auch ein 24-Stunden-Service an der Rezeption ist jederzeit gegeben, betont Tim Düysen.

Luxuriöse Serviced Apartments bieten darüber hinaus einen großzügigen und gut ausgestatteten Arbeitsplatz mit kostenfreiem Hochgeschwindigkeits-W-LAN. „Schließlich haben wir an jedem unserer 16 Standorte einen eigenen Fitnessraum“, sagt Düysen. Das Düsseldorfer „De Medici“ verfüge zusätzlich über einen großen Wellnessbereich mit einem ständig anwesenden Personaltrainer. Egal ob Derag, ANA, Citadines oder andere: Der Kontakt zwischen Gästen und Mitarbeitern spielt im gehobenen Langzeitsegment eine große Rolle. Immerhin logieren manche Menschen mehrere Wochen oder gar Monate im Apartment, so dass die Beziehung zu den Service-Mitarbeitern eine andere ist als im Hotel, in dem die Bewohner nur für einige Nächte bleiben.

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