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Deutscher Luftverkehr verliert den Anschluss

02.02.2017, 16:51

Deutsche Fluggesellschaften sind 2016 in der Passage gerade einmal 1,4 Prozent gewachsen. Andere Airlines, auch in Europa, fliegen ihnen davon. BDL-Präsident Stefan Schulte spricht von einem „Weckruf für die deutsche Politik“.

Der Fraport-Chef Stefan Schulte ist seit Jahresbeginn Präsident des BDL. In dieser Funktion beklagt er die Benachteiligung des deutschen Luftverkehrs im internationalen Vergleich.
Foto: Fraport AG/Martin Joppen

Der internationale Luftverkehr ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Airlines in Nahost steigerten ihren Absatz (gemessen in Passagier-Kilometern) 11,2 Prozent, in Asien 9,2 Prozent. Selbst auf den europäischen Märkten gab es ein Plus von 4,2 Prozent. Nur die deutschen Airlines hinken hinterher, beklagte Stefan Schulte. Der Vorstandsvorsitzende der Fraport ist sein Jahresbeginn auch Präsident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL).

Auch die Flughafen-Betreiber lesen aus den Verkehrszahlen einen dringenden politischen Handlungsbedarf. So wurde auf deutschen Airports 2016 mit 223 Mio. Passagieren ein Plus von 3,4 Prozent erzielt, jedoch leisteten ausländische Airlines den größeren Beitrag zum Wachstum. In anderen EU-Ländern wie den Niederlanden (plus 8,8 Prozent) und Großbritannien (6,2 Prozent) sieht es deutlich besser aus, so Schulte. „Wir blicken mit Sorge auf diese Markt- und Wettbewerbsentwicklung, die weiterhin zuungunsten der deutschen Unternehmen verläuft. Die Jahreszahlen 2016 sind ein erneuter und lauter Weckruf in Richtung Politik zum Handeln.“

In der deutschen Luftverkehrsbranche ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Denn die Bundesregierung hat es in den vergangenen dreieinhalb Jahren nicht geschafft, ein Luftverkehrskonzept zu verabschieden. Die Gutachten für das Konzept hatten offen gelegt, wie die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich immer geringer wird und hatten Ansätze für Entlastungen aufgezeigt. Angesichts des nahenden Bundestagswahlkampfs haben Branchenvertreter bis zur Neuwahl Ende September kaum noch Hoffnung, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Konzept verabschieden kann.

Schulte appelliert an die Bundesregierung, den deutschen Luftverkehr bei den seit den Terroranschlägen 2011 laufend steigenden Sicherheitskosten zu entlasten. Derzeit liegen sie bei 700 Mio. Euro. Schulte kritisiert: „Deutschland geht an dieser Stelle einen problematischen Sonderweg, in dem es die Kosten für diese Aufgaben vollständig auf die Unternehmen umlegt.“ Das ist international nicht üblich. Gefahrenabwehr und Terrorbekämpfung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. (GJ)

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