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Virtuelles Werben um Kunden

von Andreas W. Schulz, 20.04.2017, 07:30

Der Kampf um den Markt ist nicht nur zwischen den Fluggesellschaften intensiv. Auch die großen Flugzeugbauer wie Airbus oder Boeing müssen sich immer wieder Neues einfallen lassen, um potentielle Kunden von ihren Produkten zu begeistern.

Eric Ezell, Chef des Airbus-Kundenzentrums CDC, stellt eine mögliche Kabineneinrichtung vor.
Foto: Andreas W. Schulz

Mit dem Bau des Airbus A-350 XWB ging Airbus nicht nur neue Wege in der Entwicklung und Verwendung von neuen Werkstoffen und Technologien im Flugzeugbau. Der Konzern entwickelte zugleich innovative Optionen in der Kundenpräsentation seines neuen Flaggschiffs. Vor gut zwei Jahren startete Airbus das „Customer Definition Centre“ (CDC) in Hamburg.

Dabei handelt es sich um einen Schauraum, der Kunden jegliche individuelle Design- und Kabineninspirationen als verblüffend realistische virtuelle Gestaltungswelten vorstellt. Nach erfolgreicher Auswahl im Modell werden diese dann für die Kunden gebaut.

Dabei ist es entscheidend, dem Kunden eine maßgeschneiderte Vorstellung seiner Kabinenwelt zu geben, die alle Komponenten realistisch widerspiegelt, vom Sitz, von der Kabinenkonfiguration, der Farbgebung und Beleuchtung bis hin zu den Schlafplätzen der Crew. So wollte zum Beispiel ein nordischer Kunde das Beleuchtungsbild eines Nordlichts seinen Passagieren vermitteln. Kein Problem bei 16,7 Mio. Farbvariationen.

Schritt für Schritt zur Wunschkabine

Dabei führt Airbus seine Kunden über eine Kette von Design-Sudiowelten und „Play-Room“-Szenarien Schritt für Schritt zu ihren idealen Kabinenausstattungen – von Economy/Premium Economy über Business und First bis hin zur ultimativen Luxus-Suite. Hat sich der Kunde festgelegt, werden in der Sektion „Inspire Area“ diese (noch) virtuellen Designstudien in konkrete voll funktionsfähige Modelle und sogenannte „Kabinen-Mock-ups“ umgesetzt, die dann realistisch die Funktionalität und Optik unter Beweis stellen müssen.

Hier arbeitet Airbus eng mit Flugzeugausstattern wie Recaro, Zodiac, Panasonic oder Thales zusammen. Der Faktor Zeitersparnis bekommt hier eine neue Qualität, da Kundenwünsche und Änderungen unmittelbar in das Kabinenprofil eingepflegt werden können. Im CDC können zwei unmittelbar konkurrierende Fluggesellschaften ihre Kabinenwelten entwickeln, ohne miteinander ins Gehege zu kommen.

Airbus plant jetzt weiter. Ein ähnliches Angebot soll auch für die Erfolgsmodelle und Bestseller der A-320- und A-330-Familie gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft in einer alten Produktionshalle in zwei Jahren entstehen.

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