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Schwerer Wirbelsturm mit Folgen (0)

Hurrikan „Irma“ tobt über Karibik

06.09.2017, 14:36

„Irma“ ist der stärkste bisher gemessene Hurrikan über der Karibik. Der Wirbelsturm ist längst nicht vorbei, die Folgen sind noch völlig offen. Und es bahnt sich schon der nächste schwere Sturm an.

Menschen verbarrikadieren ihre Häuser, um sie vor dem Hurrikan zu schützen.
Foto: imago/ZUMA Press

Hurrikan „Irma“ hat die Karibik erreicht und hält Bewohner und Besucher der Inseln in Atem. Die Ausmaße des stärksten bisher über dem Atlantik gemessene Hurrikans sind noch nicht bekannt. Das US-Hurrikanzentrum in Miami warnt aber schon vor dem nächsten schweren Unwetter für die Region. Der Tropensturm „José“, das Wettersystem direkt hinter „Irma“, könne sich bis zum Mittwochabend zu einem weiteren Hurrikan entwickeln.

Das Zentrum „Irmas“ überquerte am Mittwochmittag nach Angaben französischer Meteorologen die zu Frankreich und den Niederlanden gehörenden Inseln Saint-Barthélémy und Saint-Martin. Über Schäden war zunächst nichts bekannt.

Für die Inseln hatte Frankreich die höchste Alarmstufe ausgerufen. Einwohner sollten ihre Häuser oder Wohnungen nicht verlassen, twitterte das Innenministerium in Paris. Es sei unter Androhung von Strafen verboten, zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs zu sein.

Erstmals traf „Irma“ am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 255 Kilometern in der Stunde bei der kleinen Karibikinsel Barbuda auf Land. Der Sturm riss dort Dächer von Häusern, wie der „Antigua Chronicle“ auf Facebook berichtete. Am Mittag war die Lage dort völlig unklar.

Direkt nach dem Durchzug des Hurrikans sollten Hilfslieferungen auf den Inseln eintreffen. In Venezuela und Miami würden jeweils zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern auf Abruf bereitstehen, sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne, der Zeitung „The Daily Observer“.

„Irma“ bewegt sich mit etwa 24 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordwesten. Als nächstes droht der Sturm auf den Inselstaat St. Kitts und Nevis zuzusteuern. Regierungschef Timothy Harris rief die Einwohner dazu auf, in ihren Häusern zu bleiben. „Ich bin sehr dankbar für die vielen Botschaften der Sorge und Fürsorge angesichts von „Irma“, und ich bete um Gottes Schutz und Gnade“, twitterte er.

Behörden in der gesamten Karibik bereiteten sich auf „Irma“ vor. In Puerto Rico wurde der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde aktiviert. Die Küstenregionen wurden evakuiert. Die Behörden richteten 456 Notunterkünfte für mehr als 63 000 Menschen ein. Die niederländische Regierung schickte rund 100 Soldaten auf die Inseln Sint Maarten, Sint Eustatius und Saba.

Auf seinem Zug könnte der Sturm auch die Dominikanische Republik, Kuba, Haiti und die Bahamas bedrohen. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an.

Als immer wahrscheinlicher gilt zudem, dass „Irma“ auf Florida treffen könnte. Meteorologen betrachten den Zeitraum von Freitagabend (Ortszeit) bis Montag als kritisch. In den USA wurden Touristen bereits aufgefordert, die Südwestspitze Floridas einschließlich der Inselkette Florida Keys zu verlassen.

„Irma“ ist ein Hurrikan der höchsten Stufe 5. „Bei einer solchen Geschwindigkeit könnten Sie im Grunde nicht mal mehr atmen, wenn Sie im Wind stehen – Sie würden eh wegfliegen“, erklärte Wetterexperte Tobias Schaaf vom Deutschen Wetterdienst der Deutschen Presse-Agentur. Bei solchen Geschwindigkeiten fliegt nicht nur das Dach, sondern das ganze Haus weg. „Es ist desaströs.“

Unabhängig von den Entwicklungen in der Karibik braute sich am Mittwoch im benachbarten Golf von Mexiko ein weiterer Tropensturm namens „Katia“ zusammen. Für den Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 65 Kilometer in der Stunde gab es bisher noch keine Warnungen.

Die Auswirkungen der Naturgewalt „Irma“ machten derweil auch dem Oberhaupt der katholischen Kirche einen Strich durch die Rechnung. Die Flugroute des Fliegers, in dem Papst Franziskus von Rom nach Kolumbien unterwegs war, musste geändert werden. (dpa)

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