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„Irma“ hinterlässt Schneise der Verwüstung

07.09.2017, 07:42

Über den französischen Überseegebieten in der Karibik wütet der Wirbelsturm „Irma“ besonders heftig. Sieben Menschen kamen ums Leben. Behörden haben unterdessen für Teile von Miami Zwangsevakuierungen angeordnet.

Der extrem gefährliche Hurrikan „Irma“ hat in der Karibik sieben Menschen in den Tod gerissen, darunter ein Baby. Der Wirbelsturm der stärksten Kategorie fünf habe auf den französischen Karibikinseln Saint-Barthélemy und Saint-Martin darüber hinaus schwere Schäden angerichtet, sagte Präfekt Eric Maire am Mittwoch. Das gesamte Ausmaß sei noch unklar. Staatspräsident Emmanuel Macron warnte, die Schadensbilanz werde „hart und grausam“ sein. Als immer wahrscheinlicher gilt, dass „Irma“ auf den US-Staat Florida treffen könnte. Derweil brauten sich in der Region gleich zwei neue Wirbelstürme zusammen.

„Die Schäden auf den beiden Inseln sind beträchtlich“, sagte Macron. Es gehe zunächst darum, Verletzte zu versorgen und Menschen Unterkunft und Verpflegung zu geben. Macron mahnte „nationale Solidarität“ an und kündigte finanzielle Mittel sowie einen Wiederaufbau-Plan an.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Mio. Menschen von den Auswirkungen betroffen sein. „Es ist eine große Katastrophe. 95 Prozent der Insel sind zerstört“, sagte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, in Radiodsender RCI. „Ich stehe unter Schock.“

Auch auf der Karibikinsel Barbuda richtete „Irma“ schwere Schäden an. „Mindestens 95 Prozent der Gebäude wurden beschädigt. Teilweise wurden Dächer abgedeckt, teilweise wurden die Gebäude total zerstört“, sagte Premierminister Gaston Browne in einem Interview des Radiosenders ABS.

„Es ist herzzerreißend. Die ganze Insel steht unter Wasser. Im Moment ist Barbuda kaum bewohnbar“, sagte Browne. Auf Barbuda leben knapp 2000 Menschen. Die Insel war von dem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf direkt getroffen worden. Die benachbarte Schwesterinsel Antigua war recht glimpflich davongekommen. Dort wurden nur leichte Schäden registriert. „Die Infrastruktur hat standgehalten und wir können wieder zur Normalität zurückkehren“, sagte Wirtschaftsminister Asot Michael.

„Irma“ ist ein Hurrikan der höchsten Stufe fünf und einer der schwersten jemals in der Region registrierten Tropenstürme. Es sei mit hohen Wellen, Starkregen und heftigem Wind zu rechnen, teilte das Nationale Hurrikanzentrum der USA mit. Der Sturm bewegte sich mit 26 Kilometern pro Stunde Richtung West-Nordwest. Am Mittwochabend (Ortszeit) zog er nördlich am US-Außengebiet Puerto Rico vorbei. Später sollte er die Dominikanischen Republik passieren und dann die Bahamas ansteuern.

In Puerto Rico suchten 2800 Menschen Schutz in Notunterkünften, wie Gouverneur Ricardo Rosselló. Es fiel starker Regen und und Bäume knickten um. Fast eine Million Menschen waren ohne Strom und 30.000 ohne Wasser. Die Regierung der Bahamas ordnete die Evakuierung mehrerer Inseln im Süden der Inselkette an. Als immer wahrscheinlicher gilt zudem, dass „Irma“ auf den US-Staat Florida treffen könnte.

Miami Beach wird evakuiert

Behörden haben für Teile der Millionenstadt Miami im Süden der USA Zwangsevakuierungen angeordnet. Der Bürgermeister des Bezirks Miami-Dade, in dem auch Miami liegt, ordnete an, dass Bewohner von Mobilheimen sowie Anwohner der gefährdeten sogenannten Überschwemmungszone A ihre Häuser verlassen müssen. Darunter sind auch die Bewohner des bei Touristen sehr beliebten Stadtteils Miami Beach. Die Anordnung tritt am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in Kraft. Bewohner außerhalb der Evakuierungsgebiete wurden aufgefordert, ihre Häuser zu schützen und sichere Unterkünfte aufzusuchen.

Der Sturm könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, sagte Gouverneur Rick Scott am Mittwoch dem Sender ABC. „Ich möchte, dass jeder versteht, um was es hier geht“, sagte Scott. Alle Einwohner sollte sich für drei Tage mit Wasser und Nahrungsmitteln eindecken. „Nehmt was ihr braucht, aber nehmt nicht mehr“, sagte Scott mit Hinweis auf mögliche Versorgungsengpässe.

Mit „Irma“ ist die Gefahr aber nicht vorbei: Dahinter zog Hurrikan „José“ auf die Kleinen Antillen zu. Hurrikan „Katia“ im Golf von Mexiko erreichte am Mittwoch Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde, wie das US-Hurrikanzentrum in Miami mitteilte. Die mexikanische Regierung gab eine Warnung heraus. (dpa)

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