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Ryanair mit 34 neuen Strecken

12.09.2017, 11:15

Das Engagement von Europas größtem Billigflieger am Lufthansa-Heimatflughafen wächst schneller als erwartet. Zum nächsten Sommer soll es ab Frankfurt 34 neue Routen geben.

Bald schon zehn Boeing B-737 will Ryanair in Frankfurt stationieren.
Foto: Ryanair

Der irische Billigflieger Ryanair konkurrenziert die Lufthansa an deren Heimatbasis Frankfurt künftig stärker. Zum Sommer 2018 würden 34 neue Strecken von Deutschlands größtem Flughafen angeboten, sagte Marketing-Boss David O’Brien nun. Damit bieten die Iren nächstes Jahr ab Frankfurt 38 Ziele in 9 Ländern an – bislang sind es nur 4 Destinationen.

Unter den neuen Strecken seien Geschäfts- und Urlaubsziele vor allem in Spanien, Italien und Griechenland, erklärte O’Brien, etwa Barcelona, Lissabon, Mailand, Marseille, Mykonos und Gran Canaria. Für den Ausbau solle die Zahl der stationierten Jets in Frankfurt bis nächsten Sommer um drei auf zehn steigen. Vom abgelegenen Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz sollen zudem eine neue Strecke ins bulgarische Plovdiv führen und dann insgesamt 43 Ziele angeboten werden.

Ryanair hatte bereits diesen Sommer Lufthansa attackiert und erstmals von Frankfurt aus vier Europa-Strecken ins Angebot genommen. Vor kurzem hatte Ryanair verkündet, die Zahl der Jets in Frankfurt für den Winterflugplan von zwei auf sieben zu erhöhen. Insgesamt wollen die Iren, die in Deutschland 14 Flughäfen bedienen, hierzulande 2018 um 20 Prozent wachsen, gemessen an Passagieren und Flügen.

Eine weitere Expansion in Deutschland hänge vom Marktumfeld ab, sagte O’Brien. „Wir haben kürzlich München hinzugenommen, dort könnten wir mehr machen.“ Der Manager plädierte dafür, den Flughafen Berlin-Tegel offen zu halten. „Es ist verrückt, dass Deutschlands Hauptstadt weniger Kapazität hat als Dublin.“ Sollte Tegel offen bleiben, sei es möglich, dass Ryanair auch in Berlin mehr Flugzeuge stationiere.

Ryanair kritisierte erneut die Staatshilfe für die insolvente Air Berlin. „Die Bundesregierung will mit einem Kredit von 150 Mio. Euro ein Monopol der Lufthansa errichten“, sagte O’Brien. Dies werde zu steigenden Preisen für Kunden führen.

Der Vorstoß der Iren auf das Territorium von Lufthansa stößt auf Widerstand des deutschen Marktführers. An einer neuen Gebührenstaffel, mit der Flughafen-Betreiber Fraport Ryanair Rabatte gewährt und die Iren so nach Frankfurt gelockt hatte, entzündete sich ein heftiger Streit. Lufthansa warf Fraport vor, die Iren zu bevorzugen, die Frankfurt wegen der hohen Gebühren zuvor gemieden hatten. Zuletzt hatten die beiden Parteien ihren Zwist zumindest teils beigelegt. Lufthansa baut die Billigtochter Eurowings ebenfalls aus, steuert aber damit bislang nicht Frankfurt an. (dpa)

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