Home

Erstmals Milliarden-Umsatz (0)

Trivago bleibt in der Verlustzone

von Klaus Hildebrandt, 08.02.2018, 09:02

Der Hotel-Metasearcher Trivago hat 2017 den Umsatz stark gesteigert und erstmals über eine Milliarde Euro erlöst. Allerdings steht in der Bilanz unter dem Strich noch ein Verlust, und für dieses Jahr dürfte sich das Wachstum abschwächen.

Zentrale von Trivago in Düsseldorf: Ein neues, stylishes Headquarter ist in Bau.
Foto: Georg Kern

Das Düsseldorfer Unternehmen, das seit gut einem Jahr an der US-Börse Nasdaq notiert ist, steigerte 2017 den Umsatz um 37 Prozent auf 1,035 Mrd. Euro. Der Nettoverlust lag mit 13 Mio. Euro zwar deutlich unter dem Verlust von 51 Mio. Euro (2016), damals waren aber Sonderausgaben für den Börsengang angefallen.

CEO Rolf Schrömgens räumte gegenüber Analysten ein, dass zwar insgesamt die Ziele errreicht worden seien, aber die Entwicklung uneinheitlich war und das vierte Quartal die Erwartungen verfehlte. Analysten sehen kritisch, dass Trivago fast 80 Prozent der Werbeeinahmen von nur zwei Portalen – Booking.com und Expedia – erhält. Der Anteil der beiden globalen Marktführer ist zwar im vierten Quartal auf 72 Prozent zurückgegangen, sie haben aber bei den automatischen Werbeauktionen auf der Plattform weniger ausgegeben.

Booking.com zeigte weniger Präsenz

Vor allem Booking.com hielt sich in der zweiten Jahreshälfte bei den Ausgaben für Trivago zurück. Es habe ein „extremes Testen“ gegeben, sagte Schrömgens. Offenbar wollten große Portale herausfinden, wie niedrig sie bieten müssen, um trotzdem noch in der Übersicht von Trivago präsent zu sein. Das Trivago-Management rechnet aber in diesem Jahr mit weniger starken Schwankungen beim Werbeverhalten der Kunden.

Trivago bindet mehr Hotels direkt an, um die Abhängigkeit von den großen OTA zu verringern. Außerdem wollen viele Hotels das Direktgeschäft über ihre eigene Website fördern. Inzwischen sind laut Schrömgens rund 400.000 Hotels angebunden. Außerdem soll das Geschäft mit Ferienunterkünften ausgebaut werden. Auch Google bietet inzwischen in der eigenen Hotelsuche Ferienunterkünfte an. Trivago will nun Angebote von Home Away, in Deutschland unter der Marke Fewo-direkt bekannt, einbinden. Home Away gehört zu Expedia, die auch an Trivago beteiligt sind. Weitere Fewo-Portale sollen folgen.

Werbung zahlte sich weniger aus

Trivago wendet fast 90 Prozent des Umsatzes für Marketing auf, vor allem die omnipräsente TV-Werbung und Suchmaschinen-Marketing. Der Return on Advertising Spend ist allerdings von 120 auf 115 Prozent zurückgegangen, geht aus einer Analystenpräsentation hervor. Das bedeutet, dass für jeden ausgegebenen Euro 1,15 Euro erlöst wurden. Besonders stark war der Rückgang im vierten Quartal.

Die Aktie von Trivago legte nach Bekanntgabe der Zahlen um 2,7 Prozent auf 8,31 US-Dollar zu. Der Kurs liegt damit aber noch unter dem des Börsengangs von elf Dollar. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens, das im Frühjahr eine große neue Firmenzentrale in Düsseldorf beziehen will, liegt bei 2,9 Mrd. Dollar. Für 2018 erwartet Trivago ein abgeschwächtes Umsatzwachstum von fünf bis zehn Prozent und auch noch eine „leicht negative“ operative Marge.

0 Leser-Kommentare

Google
Jetzt für Newsletter anmelden
  • Weitere Business Travel-News
Alle News im Überblick