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Die Rallye um die besten Plätze auf der ITB

von Oliver Graue, 09.02.2018, 07:14

Welcher Aussteller kommt zurück, wer bleibt zu Hause, wer vergrößert sich? Keine ITB gleicht der anderen. Das hat auch mit der geopolitischen Lage zu tun. Wir geben einen Überblick über die diesjährigen ITB-Neulinge und -Fernbleiber.

Zum 52. Mal lockt die ITB vom 7. bis zum 11. März nach Berlin.
Foto: Messe Berlin

Die ITB ist seit jeher so etwas wie ein Spiegel des großen politischen Geschehens: Krisen oder Umwälzungen wie der arabische Frühling 2011, Terroranschläge oder der Russland-Ukraine-Konflikt beeinflussten immer wieder auch das Ausstellerverhalten.

Diesmal bezeugt die weltgrößte Touristik-Show, dass etwa im Verhältnis zur Türkei die Fronten nicht mehr so verhärtet sind und dass die Urlauber zurückkehren: Das Land kommt als größter Einzelaussteller nach Berlin. Ägypten, das ebenfalls wieder an Zuspruch gewinnt, vergrößert seinen Auftritt. „Die Stimmung hat sich geändert“, sagt ITB-Chef David Ruetz: „Beide Reiseländer gewinnen langsam aber sicher wieder an Beliebtheit.“

Dabei kann sich Ruetz auch in diesem Jahr nicht über mangelnde Nachfrage beschweren. „Wir sind erfreulicherweise fast komplett ausgebucht“, sagt der gebürtige Schweizer und verweist auf weitere Standvergrößerungen. Am deutlichsten legen Abu Dhabi und Vietnam zu: Das südostasiatische Land verdoppelt seinen Auftritt sogar. Zu denen, die sich mehr Fläche gönnen, zählen auch Brasilien, Griechenland, die Ukraine und das mittelasiatische Tadschikistan.

Zum 52. Mal findet die ITB in diesem Jahr vom 7. bis 11. März unter dem Berliner Funkturm statt. Erneut präsentieren sich etwa 10.000 Aussteller aus mehr als 180 Ländern. Aussteller und Besucher müssen sich dieses Jahr nicht mit neuen Standorten anfreunden, wie es das neue Hallenkonzept vor einem Jahr mit sich brachte. Dennoch tut sich wieder einiges.

Etwa in der Asien-Halle 26. Dort verzeichnet Ruetz ein Wachstum in die Höhe. „Die Nachfrage nach doppelgeschossigen Ständen ist groß“, sagt der Messechef und nennt Myanmar, Singapur und Taiwan als Beispiele. In Halle 7.2b ziehen die Tschechen größer ein als 2017, in Halle 23 ist dies Peru, und für Halle 18 hat Großbritannien trotz – oder vielleicht wegen – des Brexit mehr Platz angemietet. Als weitere Europäer stocken Italien mit Sardinien sowie Portugal und Polen auf.

Augenmerk auf den Luxustourismus

Die baltischen Staaten sind zwar nicht gewachsen – doch immerhin nutzen sie die ITB, um gemeinsam einen runden Geburtstag zu feiern: 1918, vor genau 100 Jahren, erklärten Estland, Lettland und Litauen ihre staatliche Unabhängigkeit. Die erneute sowjetische Besatzung konnten sie freilich erst mit der Revolution 1990 beziehungsweise 1991 abschütteln.

Aber auch Wiederkehrer kann Ruetz begrüßen. So machen sich nach einigen Jahren Pause etwa Sambia, Belize, Guayana, Französisch-Guayana, Ekuador und die Turks- und Caicos-Inseln wieder auf den Weg nach Berlin. Dafür bleibt ein Land, das erst im vergangenen Jahr seine ITB-Premiere feierte, diesmal zu Hause: Saudi-Arabien. Auch Südsudan bleibt der Messe diesmal fern.

Thematisch setzt die ITB einen besonderen Fokus auf die Segmente Medical Tourism – 2017 erstmals als eigener Messebereich dabei – und Luxus. Letzterer findet seinen Platz in Halle 9, wobei die neue Loop Lounge gleich am Eingang einen zentralen Anlaufpunkt für die Einkäufer bilden soll. Was speziell unter „Hidden Luxury“, also „verborgenem Luxus“ zu verstehen ist, erläutert ein Empfangskomitee, bestehend aus einem Butler, dem COO einer Topdestination, dem Vertreter eines Promi-Luxusresorts sowie aus einer Luxusbloggerin. Und um den Luxus selbst genießen zu können, ruft die ITB zu ihrer Luxury Late Night für den 8. März ins Boutique-Hotel Orania Berlin. Unter der Leitung von Dietmar Müller-Elmau, Chef von Schloss Elmau, können sich dort Luxusanbieter und -einkäufer austauschen – und natürlich chillen.

Chinesen und Japaner sehr präsent

Auch unter den Dienstleistern präsentieren sich etliche neue Aussteller. Im Bereich Travel Technology könne die Messe, so Ruetz, „das Interesse zurzeit gar nicht bedienen, vor allem wegen der großen Nachfrage aus China“. So zählt das chinesische Online-Reiseportal Ctrip in diesem Jahr ebenso zu den Neulingen in Berlin wie JTB, der mit 26.000 Mitarbeitern größte Reiseanbieter Japans. Dieser dürfte seinen Blick vor allem auf die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio richten.

Neulinge in Berlin sind aber auch zum Beispiel der Kreuzfahrtspezialist Baltic Blue Travels, Solarboot Mecklenburg-Vorpommern, Sleeperoo mit seinen aufblasbaren Hotelzimmern sowie zahlreiche türkische Anbieter, darunter die Airline Freebird und möglicherweise der neue Flughafen von Istanbul. Zu den Rückkehrern zählen das GDS Travelport und die Hotelgruppe Carlson Rezidor.

Einen Verlust für die ITB dürfte der Rückzug von Emirates bedeuten: Die arabische Fluggesellschaft, die immer wieder mit großen und ungewöhnlichen Ständen auf sich aufmerksam gemacht hat, verzichtet 2018 auf einen Messeauftritt. Ihre Fläche haben der Emirates-Mutterstaat Dubai und das benachbarte Ras Al Khaimah übernommen.

„Wir bedauern die Entscheidung von Emirates sehr“, sagt Ruetz, „und wir würden uns freuen, wenn die Fluggesellschaft sie im nächsten Jahr wieder ändern würde.“ Rückzieher machen darüber hinaus die ebenfalls arabische Oman Air, die schweizerischen Kuoni Reisen (inzwischen DER Touristik Suisse) und der Freizeitparkbetreiber Tropical Islands.

Eine Premiere hält die ITB in puncto Partnerland bereit: Erstmals gibt sich ein deutsches Bundesland die Ehre – Mecklenburg-Vorpommern. „Mit der Botschaft The Spirit of Nature wollen wir ins internationale Geschäft Schwung bringen“, sagt Tourismuschef Bernd Fischer. Natur und Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt. Als Partner des ITB-Kongresses fungiert Sambia.

Zu den hoffnungsvollen Aufsteigern zählt ITB-Chef Ruetz auch Malaysia. „Mir imponiert, dass Reisende hier auf sanfte Weise die Vielfalt der Kulturen und Traditionen Asiens erleben.“ Seine Highlights: die Auftaktveranstaltung am Dienstagabend mit Mecklenburg-Vorpommern („Ich bin gespannt, wer die Bundesregierung repräsentieren wird“) und sein Gespräch mit Pepper. Gemeinsam mit dem Roboter eröffnet Ruetz am 7. März den Techno-Bereich E-Travel World.

Herzlich willkommen!

Einmal mehr sind die FVW Medien, Herausgeber der ITB Dailies sowie der Fachmagazine fvw, TravelTalk und BizTravel, mit einem Stand auf der ITB vertreten. Wer Fragen zu Veranstaltungen oder den Medien des Verlags hat oder wer die E-Learning-Angebote oder das Zielgebietsinformationssystem TravelXperts kennenlernen will, ist am Stand 121 in Halle 10.1 genau richtig.

Übrigens: Pünktlich zur ITB erscheint der neue fvw Job & Karriere Guide mit einer Fülle an Informationen rund um das berufliche Weiterkommen. Exemplare gibt es wie immer am Stand.

Zweiter Standort des Verlags und sozusagen die Maschinenhalle für die tägliche Produktion der ITB Dailies und der Newsletter von der ITB ist das Redaktionsbüro in Halle 6.3, Raum 209. Das Team berichtet in den Daily-Ausgaben von Mittwoch (7. März) bis Freitag (9. März) über die Höhepunkte der Messe vor und hinter den Kulissen. Am Wochenende gibt es wie gewohnt ITB Dailies für Endverbraucher. ITB-Besucher erhalten ihr persönliches Exemplar von den freundlichen fvw-Hostessen auf der Messe.

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