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Es geht auch ohne Ryanair

von Oliver Graue, 22.12.2017, 11:19

Erstmals machen die Beschäftigten gegen die miesen Arbeitsbedingungen bei dem Billigflieger mobil. Endlich. Nun sollte aber auch die Politik handeln.

Ruppiger Umgang mit Kunden, Gebühren-Abzocke und Ausbeutung der Mitarbeiter: Es scheint, als ob der irische Billigflieger Ryanair mit seinen Methoden aus der Zeit des Frühkapitalismus zunehmend an seine Grenzen stößt. Die Warnstreiks an den deutschen Flughäfen sind ein erstes Signal der Beschäftigten, dass sie nicht mehr bereit sind, sich dem Iren-Rambo Michael O’Leary bedingungslos zu unterwerfen.

Auch wenn sich die Auswirkungen des lediglich vierstündigen Ausstands natürlich in Grenzen halten (in Deutschland ist Ryanair zum Glück ein recht kleiner Player): Nun müssen die Beschäftigten den Mut haben, weitere Schritte zu tun. Obskure Beschäftigungsmodelle, Verdacht auf Sozialbetrug und ein Klima der Angst – zuletzt hat der irische Billigflieger Hunderte Piloten an die Konkurrenz verloren.

Ein Geschäft, das auf Kosten des deutschen Steuer- und Sozialversicherungszahlers betrieben wird, mag zwar zunächst den wenigen Reisenden nützen, die in den Genuss der Billig-Tickets kommen. Verlierer sind am Ende aber nicht nur die Beschäftigten, die mit Niedrigstlöhnen abgespeist werden, sondern auch der deutsche Staat (also wir), der sich an der Nase herumführen lässt, sowie die Konkurrenz, die sich an die Spielregeln unserer Wirtschaftsordnung hält.

Doch nach dem Piloten-Exodus und den Streikdrohungen gibt sich O’Leary verhandlungsbereit: Sagte er vor wenigen Wochen noch, eher werde die Hölle zufrieren, bevor er mit Gewerkschaften spreche, macht er nun genau dies. Sowohl mit Piloten als auch mit den Flugbegleitern will der Ire Verhandlungen aufnehmen. Ob er dies ernst meint oder ob es sich lediglich wieder um einen PR-Gag handelt, wird sich noch herausstellen.

Fakt ist: Es wird Zeit, dass dem Treiben von Ryanair ein Ende gesetzt wird. Und dabei sollte sich auch die Politik zu Wort melden: Es bringt nichts, immer nur über das unanständige Benehmen der Iren zu jammern – man muss auch handeln. Und dabei sollte der Grundsatz gelten: Wer sich nicht an die Regeln der Marktwirtschaft hält, der hat in Deutschland nichts zu suchen. Die Luftfahrt funktioniert auch ohne Ryanair.

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