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Reisekostenreform (0)

Viele Details und Ausnahmen

von Christian Schenk, Dr. Marie L. Meyer, 05.02.2014, 10:50

Die BizTravel-Steuerexperten Christian Schenk und Dr. Marie L. Meyer von der Kanzlei Beiten Burkhardt beschäftigen sich mit den Folgen der Reisekostenreform 2014.

Christian Schenk ist Steuerberater, Dr. Marie L. Meyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Beiten Burkhardt, eine der großen deutschen Wirtschaftskanzleien. Sie beraten Unternehmen vornehmlich im Umsatzsteuer- und Ertragssteuerrecht.
Foto: PR

Nach fast zehnjähriger Diskussion über die Vereinfachung des Reisekostenrechts haben sich durch das „Gesetz zur Änderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts“ mit Wirkung zum 1. Januar 2014 einige Neuerungen im Bereich der Reisekosten ergeben. Die Neuerungen haben nur teilweise zu einer systematisch überschaubareren Ordnung des Reisekostenrechts geführt. Der zugehörige Erlass der Finanzbehörden (BMF-Schreiben zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts ab 1.1.2014 vom 30.09.2013) umfasst immer noch 120 Randziffern, mit nicht weniger als 53 Anwendungsbeispielen.

Inhaltlich wirken sich die Neuerungen auf den Werbungskostenabzug bei Arbeitnehmern, aber auch auf die Reisekostenerstattung des Arbeitgebers an seine Arbeitnehmer aus. Betroffen sind insbesondere die Fahrt- und Übernachtungskosten, die Verpflegungsmehraufwendungen sowie die doppelte Haushaltsführung.

Erste Tätigkeitsstätte als Bezugspunkt

Auffällig, und zugleich wichtigste Neuerung, ist der Austausch des Begriffs der regelmäßigen Arbeitsstätte durch den Begriff der ersten Tätigkeitsstätte, womit auch die bislang zum Thema „regelmäßige Arbeitsstätte“ ergangene BFH-Rechtsprechung mit dem Jahreswechsel 2013/2014 ihre Wirkung verloren hat. Der Begriff der ersten Tätigkeitsstätte ist in § 9 Abs. 4 EStG geregelt und stellt -– nicht überraschend – klar, dass ein Arbeitnehmer pro Dienstverhältnis höchstens eine erste Tätigkeitsstätte haben kann.

Hierbei muss es sich aber nicht zwingend um eine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handeln, und es kommt auch nicht unbedingt auf die Regelmäßigkeit des Aufsuchens der Tätigkeitsstätte an. Vorrangig vor den quantitativen Kriterien des § 9 Abs. 4 S. 4 EStG ist die durch den Arbeitgeber zu bestimmende eindeutige Zuordnung, zum Beispiel durch eine Festlegung im Anstellungsvertrag (wichtig: Festlegung muss dokumentiert sein!).

Die erste Tätigkeitsstätte ist zukünftig der Bezugspunkt für die Abrechnung von Reisetätigkeiten, aber auch zum Beispiel für die steuerliche Anerkennung der Kosten der doppelten Haushaltsführung. Durch den eindeutigen Bezugspunkt sollen Abrechnungen vereinfacht und Unklarheiten reduziert werden.

Weitere Neuheiten in Kürze

Die wichtigsten Neuregelungen bei den einzelnen Kosten lassen sich kurz zusammenfassen:

Fahrtkosten und Dienstwagen:

Die bekannten Pauschalen für Fahrten mit dem PKW und der Versteuerung des geldwerten Vorteils aus Dienstwagen bleiben erhalten. Änderungen ergeben sich (meistens zum Vorteil der Arbeitnehmer) daraus, dass die erste Tätigkeitsstätte als Bezugspunkt für die Abrechnungen herangezogen wird.

Verpflegungsmehraufwendungen:

Die Pauschalen für Abwesenheiten von unter 24 Stunden werden zusammengefasst. Bei Abwesenheit von über 8 Stunden beträgt die Pauschale 12 Euro, für mehr als 24 Stunden weiterhin 24 Euro. Auch für Auslandsreisen werden jeweils nur noch zwei Pauschalen festgelegt.

Doppelte Haushaltsführung:

Eine Zweitwohnung ist steuerlich anerkannt, wenn sie näher an der ersten Tätigkeitsstätte liegt als am Erstwohnsitz. Anders als bisher können ohne weitere Prüfungen (Vergleichsmieten, etc.) die tatsächlichen Kosten der Unterkunft bis zu einem Höchstbetrag von 1000 Euro pro Monat als Werbungskosten abgezogen werden.

Zu viele Details und Ausnahmen

Fazit: Die am 1.1.2014 in Kraft getretenen Neuerungen beinhalten einige gute Ansätze zur Vereinfachung des Reisekostenrechts. Weiterhin sorgen allerdings zahlreiche Detail- und Ausnahmeregelungen dafür, dass das Recht nicht zu anwenderfreundlich wird und sowohl Steuerberatern als auch Finanzbeamten weiterhin einiges an Beschäftigung sichert.

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