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Verpflegungspauschale für 2016

von Martin Jürs, 20.04.2016, 08:00

Das Bundesfinanzministerium hat die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand 2016 bei Geschäftsreisen ins Ausland veröffentlicht. Für insgesamt 51 Länder und Landesteile wurden die Spesen für 2016 festgelegt.

In zahlreichen Ländern gelten 2016 für Geschäftsreisen neue Spesensätze.
Foto: Thinkstock

Für Geschäftsreisen ins Ausland gilt abhängig vom Land eine andere Verpflegungspauschale als bei Dienstfahrten im Inland. Während hierzulande je nach Reisedauer zwölf Euro (ab acht Stunden sowie für den An- und Abreisetag) oder 24 Euro (bei Ganztagesreisen) angesetzt werden können, greifen im Ausland zum Teil deutlich höhere Sätze. Das Bundesfinanzministerium passt die Pauschbeträge für Auslandsfahrten jedes Jahr an. Für 2016 gelten dabei in 51 Ländern und Landesteilen neue Spesensätze.

Bei der Mehrheit der Länder setzte der Fiskus für 2016 den absetzbaren Verpflegungsmehraufwand zum Teil deutlich herauf. Nur bei relativ wenigen Zielen können Geschäftsreisende in Zukunft niedrigere Pauschbeträge für Verpflegung und Übernachtung geltend machen. Für 2016 gelten unter anderem in Albanien, Botswana, in den diversen Landesteilen von China, Kanada und Indien, in Irland, Portugal und der Schweiz neue Verpflegungsätze. Aber auch für Andorra, Bahrain, El Salvador, Eritrea, Gambia, Israel, Kenia, Kongo, Korea, Liechtenstein, Malawi, Mauretanien, Nicaragua, Ruanda, Saudi-Arabien, Senegal, Südafrika, Suriname, Tansania und Großbritannien gelten geänderte Spesen für Verpflegungsmehraufwendungen.

Neue Verpflegungspauschale für Großbritannien und China

Zu den Ländern, in denen künftig höhere Reisekosten abgerechnet werden können, zählt unter anderem das Vereinigte Königreich. Galten hier bislang je nach Aufenthaltsdauer Spesen von 28 bis 42 Euro, so stiegen sie zum Januar 2016 auf Beträge von 30 und 45 Euro. Speziell für London gelten Pauschalen in Höhe von 41 und 62 Euro. Auch für China sind die für Arbeitnehmer abrechenbare Sätze für dieses Jahr höher. Insgesamt werden 27 und 40 Euro berechnet, für bestimmte Landesteile beziehungsweise Städte sind die Pauschalen jedoch deutlich höher. So gibt es für Schanghai 33 und 50 Euro, für Peking 31 und 46 Euro und für Hongkong sogar 49 und 74 Euro. Die beiden Angaben beziehen sich jeweils auf eine Abwesenheitsdauer von mehr als 8 Stunden je Kalendertag sowie Anreise- und Abreisetag (erste Zahl) und auf eine Abwesenheitsdauer von 24 Stunden je Kalendertag (zweite Zahl).

Wegen der gesunkenen Preise im Land können Geschäftsreisende, die in Israel unterwegs sind, künftig nur noch Verpflegungsmehraufwendungen von 37 und 56 Euro in der Reisekostenabrechnung beziehungsweise ihrer Steuererklärung ansetzen. Im vergangenen Jahr waren dies noch 40 und 59 Euro gewesen. Etwas widersprüchlich ist die Entwicklung der Pauschalen in Kanada. So gelten für Toronto (35/52 Euro), Vancouver (32/48 Euro) und das übrige Land deutlich erhöhte Spesen, während der Satz für Ottawa um 1 Euro auf 35 Euro (An- und Abreisetag und mindestens 8 Stunden: 24 Euro) fiel. Einen deutlichen Sprung legt die Schweiz hin: Sie ist in der Spesentabelle des Finanzministeriums nun mit 41 und 62 Euro ausgewiesen.

Was bei den Pauschalen zu beachten ist

Welche Sätze jeweils angewendet werden, ergibt sich nach den folgenden Regeln:

Handelt es sich um reine An- oder Rückreisen ohne Tätigwerden gilt bestimmt sich der Pauschbetrag jeweils nach dem Ort, den der Geschäftsreisende vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat.

Wurde der Dienstreisende hingegen tätig, wird bei An- und Abreise in der Spesenabrechnung der Betrag des jeweils letzten Tätigkeitsortes eingesetzt.

Für ganze Tätigkeitstage, die nicht auf einen Anreise- oder Abreisetag fallen und die der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht, sind die in der Tabelle genannten Summen dieses Ortes maßgebend.

Kommt ein Reisender von einer mehrtägigen Auslandsreise zurück und begibt sich am selben Tag zu einer weiteren eintägigen oder mehrtägigen Auswärtstätigkeit, so ist für diesen Tag die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen.

Beispiel:

Der Computerspezialist Daniel S. kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Geschäftsreise in Reykjavik zu seiner Wohnung in Hamburg zurück. Nachdem er Unterlagen sowie seine Kleidung ausgepackt hat, packt er gleich wieder neue Utensilien ein. Denn er reist am selben Tag weiter zu einer ebenfalls mehrtätigen Auswärtstätigkeit nach Liechtenstein. Das Land erreicht er um 23.45 Uhr. Sämtliche Übernachtungen – jeweils mit Frühstück – hat sein Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Wie rechnet Daniel S. seine Reisekosten für den An- und Abreisetag ab?

Für den Rückreisetag aus Reykjavik, der zugleich Anreisetag nach Liechtenstein ist, kann Daniel S. den Pauschbetrag von 36 Euro ansetzen. Denn es gilt der höhere Verpflegungsmehraufwand (Island hat nur 32 Euro). Da Daniel aber in Reykjavik noch in seinem Hotel gefrühstückt hat, muss er den Betrag um 20 Prozent der für Liechtenstein gültigen Verpflegungspauschale für einen vollen Kalendertag kürzen, also um 10,60 Euro (20 Prozent von 53 Euro). Damit kann er für den An- und Abreisetag, also den Dienstag, insgesamt 25,40 Euro geltend machen: 36 Euro minus 10,60 Euro.

Reisekostenabrechnung und Steuererklärung

Für alle Länder, die nicht in der Spesentabelle des Bundesfinanzministeriums genannt sind, gilt der für Luxemburg maßgebliche Pauschbetrag. Für Überseegebiete und Kolonien wird die Summe eingesetzt, die für das Mutterland angegeben ist.

Grundsätzlich ist zu beachten: Arbeitnehmer machen die Verpflegungsmehraufwendungen in aller Regel in ihrer Reisekostenabrechnung geltend und erhalten sie vom Arbeitgeber erstattet. Ist dies nicht möglich, können sie die Reisekosten über ihre Steuererklärung abrechnen. Beides geht natürlich nicht. Wer Übernachtungskosten in seiner Steuererklärung eintragen will, benötigt allerdings anders als bei den Verpflegungspauschalen konkrete Einzelnachweise.

Das sind die Pauschbeträge 2016

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