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Neue Verpflegungspauschalen für 2017

von Oliver Graue, 20.12.2016, 15:03

Die neuen Pauschbeträge für den Verpflegungsmehraufwand bei Geschäftsreisen ins Ausland stehen fest. Für mehrere Länder und Landesteile hat das Bundesfinanzministerium die Spesen für 2017 neu festgelegt.

Die Pauschbeträge richten sich danach, wie lange ein Geschäftsreisender abwesend war.
Foto: Thinkstock

Für Geschäftsreisen ins Ausland gilt abhängig vom Land eine andere Verpflegungspauschale als bei Dienstfahrten im Inland. Während hierzulande je nach Reisedauer zwölf Euro (ab acht Stunden sowie für den An- und Abreisetag) oder 24 Euro (bei Ganztagesreisen) angesetzt werden können, greifen im Ausland zum Teil deutlich höhere Sätze. Das Bundesfinanzministerium passt die Pauschbeträge für Auslandsfahrten jedes Jahr an. Für 2017 gelten dabei in 49 Ländern und Landesteilen neue Spesensätze. Der Pauschbetrag für Übernachtungen wurde sogar für 58 Länder und Landesteile geändert.

Bei der Mehrheit der Länder setzt der Fiskus für 2017 den absetzbaren Verpflegungsmehraufwand zum Teil deutlich herauf. Nur bei relativ wenigen Zielen können Geschäftsreisende in Zukunft niedrigere Pauschbeträge für Verpflegung und Übernachtung geltend machen.

Für 2017 gelten unter anderem für Algerien, Aserbaischan, Bolivien, China (Kanton und gesamt), Costa Rica, Ecuador, Fidschi, Griechenland (samt Athen), Honduras, Jordanien, Kambodscha, Kamerun, Kosovo, Malaysia, Moldau, Monaco und Myanmar (Burma) neue Verpflegungssätze. Aber auch für den Oman, Panama, Papua-Neuguinea, Rumänien (samt Bukarest), Russland (St. Petersburg und gesamt), San Marino, Sao Tome-Principe, Serbien, Slowenien, den Südsudan, Taiwan, die Tschechische Republik, die Ukraine, Ungarn, die Zentralafrikanische Republik, Zypern und die USA gelten geänderte Spesen für Verpflegungsmehraufwendungen. Ganz neu in der Liste taucht die russische Stadt Jekaterinburg und die chinesische Stadt Kanton auf.

Höhere Verpflegungspauschale für die USA, China und Russland

Zu den Ländern, in denen künftig zum Teil deutlich höhere Reisekosten abgerechnet werden können, zählen unter anderem die Vereinigten Staaten von Amerika. Grund dafür sind die gestiegenen Verbraucherpreise in den USA, bedingt durch den schwächeren Euro und den stärkeren US-Dollar. Die Pauschalen in den USA werden unterteilt in die Städte Atlanta, Boston, Chicago, Houston, Los Angeles, Miami, New York City, San Francisco und Washington D.C. Für alle übrigen Teile des Landes gilt ein Satz von 51 Euro (ab 24 Stunden) und 34 Euro (Anreisetag, Abreisetag und Abwesenheitsdauer von mehr als 8 Stunden). Der höchste Betrag gilt für Miami mit 64 und 43 Euro.

Für Russland hat sich die Pauschale leicht von 21 und 14 Euro auf 24 und 16 Euro erhöht. Höhere Sätze gelten für die drei teuersten Städte der Russischen Förderation, Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg.

Höhere Beträge erhalten 2017 Dienstreisende, die in Algerien unterwegs sind: 51 und 34 Euro statt 39 und 26 Euro. Auch für China wurden die Pauschalen erneut angehoben. Zwar bleiben sie für die Städte Chengdu, Hongkong, Peking und Schanghai gleich, für Reisen in alle anderen chinesischen Metropolen und Regionen werden 2017 jedoch pauschal 50 und 33 Euro fällig statt wie bislang 40 und 27 Euro. Ein spezieller Betrag gilt erstmals für Kanton (Guangzhou): Hier erhalten Reisende nach wie vor nur 40 und 27 Euro, da die Lebenshaltung in dieser Stadt als vergleichsweise günstig angesehen wird.

Deutlich teurer werden auch einige lateinamerikanische Staaten wie Bolivien, Costa Rica, Ecuador, Honduras und Panama.

Niedrigere Beträge für Griechenland, Kosovo und Serbien

Wegen der gesunkenen Preise im Land können Geschäftsreisende, die in Aserbaidschan unterwegs sind, künftig hingegen nur noch Verpflegungsmehraufwendungen von 30 und 20 Euro in der Reisekostenabrechnung beziehungsweise in ihrer Steuererklärung ansetzen. Im vergangenen Jahr waren dies noch 40 und 27 Euro gewesen. Auch für Griechenland fallen die Pauschalen. Statt 42 und 28 Euro können 2017 nur noch 36 und 24 Euro angerechnet werden. Speziell für Athen sind es statt 57 und 38 Euro nur noch 46 und 31 Euro.

Etwas weniger gibt es für den Kosovo: 23 (26) und 16 (17) Euro. Deutlicher dagegen verringern sich die Pauschalen für den Verpflegungsmehraufwand für Myanmar (35 und 24 Euro statt 46 und 31 Euro) und für San Marino (34 und 23 Euro statt 41 und 28 Euro).

Noch günstiger wird es für Arbeitgeber und das Finanzamt, wenn Geschäftsreisende nach Serbien reisen: Hier erhalten sie ab 2017 nur noch 20 und 13 Euro, also sogar weniger als in Deutschland. 2016 waren es noch 30 und 20 Euro gewesen. Weniger als bislang gibt es aber auch für Ungarn und die Ukraine, während es für Zypern und die Zentralafrikanische Republik mehr geworden ist.

Was bei den Pauschalen zu beachten ist

Welche Sätze jeweils angewendet werden, ergibt sich nach den folgenden Regeln:

Handelt es sich um reine An- oder Rückreisen ohne Tätigwerden gilt bestimmt sich der Pauschbetrag jeweils nach dem Ort, den der Geschäftsreisende vor 24 Uhr Ortszeit erreicht hat.

Wurde der Dienstreisende hingegen tätig, wird bei An- und Abreise in der Spesenabrechnung der Betrag des jeweils letzten Tätigkeitsortes eingesetzt.

Für ganze Tätigkeitstage, die nicht auf einen Anreise- oder Abreisetag fallen und die der Arbeitnehmer vor 24 Uhr Ortszeit erreicht, sind die in der Tabelle genannten Summen dieses Ortes maßgebend.

Kommt ein Reisender von einer mehrtägigen Auslandsreise zurück und begibt sich am selben Tag zu einer weiteren eintägigen oder mehrtägigen Auswärtstätigkeit, so ist für diesen Tag die höhere Verpflegungspauschale zu berücksichtigen.

Beispiel für die Reisekostenabrechnung

Beispiel: Die Computerspezialistin Susanne L. kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit in Wien zu ihrer Wohnung in Stuttgart zurück. Nachdem sie Unterlagen sowie ihre Kleidung ausgepackt hat, packt sie gleich wieder neue Utensilien ein. Denn sie reist am selben Tag weiter zu einer ebenfalls mehrtätigen Auswärtstätigkeit nach Kopenhagen. Die dänische Hauptstadt erreicht sie um 23.45 Uhr. Sämtliche Übernachtungen – jeweils mit Frühstück – hat ihr Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Wie rechnet Susanne L. ihre Reisekosten für den An- und Abreisetag ab?

Für Dienstag als Rückreisetag aus Wien, der zugleich Anreisetag nach Kopenhagen ist, kann Susanne L. den Pauschbetrag von 40 Euro ansetzen. Denn es gilt der höhere Verpflegungsmehraufwand für Dänemark (Österreich hat nur 24 Euro). Da L. in Wien noch in ihrem Hotel gefrühstückt hat, muss sie den Betrag um 20 Prozent der für Dänemark gültigen Verpflegungspauschale für einen vollen Kalendertag kürzen, also um 12 Euro (20 Prozent von 60 Euro). Damit kann sie für den An- und Abreisetag, also den Dienstag, insgesamt 28 Euro geltend machen: 40 Euro minus 12 Euro.

Reisekostenabrechnung und Steuererklärung

Für alle Länder, die nicht in der Spesentabelle des Bundesfinanzministeriums genannt sind, gilt der für Luxemburg maßgebliche Pauschbetrag. Für Überseegebiete und Kolonien wird die Summe eingesetzt, die für das Mutterland angegeben ist.

Grundsätzlich ist zu beachten: Arbeitnehmer machen die Verpflegungsmehraufwendungen in aller Regel in ihrer Reisekostenabrechnung geltend und erhalten sie vom Arbeitgeber erstattet. Ist dies nicht möglich, können sie die Reisekosten über ihre Steuererklärung abrechnen. Beides geht natürlich nicht. Wer Übernachtungskosten in seiner Steuererklärung eintragen will, benötigt allerdings anders als bei den Verpflegungspauschalen konkrete Einzelnachweise.

Bosnien am günstigsten, Angola am teuersten

Zum Schluss noch ein weiterer Hinweis: Unternehmen, die Spesen sparen wollen, sollten ihre Mitarbeiter nach Bosnien-Herzegowina schicken. Hier sind die Pauschbeträge weltweit am niedrigsten: Reisende dürfen lediglich 18 Euro für den vollen Tag und 12 Euro für die Abwesenheit ab 8 Stunden ansetzen. Direkt an zweiter Stelle folgt das Nachbarland Serbien mit 20 und 13 Euro.

Aus kostentechnischer Sicht meiden sollte man hingegen Angola und Hongkong. Mit 77 bzw. 74 Euro für den vollen Tag und 52 bzw. 49 Euro für die Abwesenheit ab 8 Stunden dürfen Arbeitnehmer hier die höchsten Beträge ansetzen.

Das sind die neuen Pauschbeträge 2017 (als PDF ):

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