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Flüge nach Japan, Korea & Taiwan (0)

Nichts ist unmöglich

von Oliver Graue, 25.09.2017, 06:46

Japan, Korea und Taiwan zählen nicht nur bei der Hochtechnologie zu Deutschlands wichtigsten Handelspartnern. Alles über das Fernost-Trio und die Flüge dorthin.

Nagoya ist Japans viertgrößte Stadt.
Foto: GettyImages

Ihre gegenseitige Zuneigung hält sich in Grenzen. Vor allem Japans brutale Kolonialherrschaft bis 1945 ist manchen Koreanern noch heute im Gedächtnis. Geht es dem einen Land heute wirtschaftlich mal besser als dem anderen, ist die jeweilige Freude denn auch groß – umgekehrt die Schadenfreude allerdings auch.

Weitaus schlechter jedoch ist es um das Verhältnis zwischen Taiwan (Republik China) und seinem etwa 50-mal größeren Bruder China bestellt. Die kommunistische Volksrepublik mit ihren 1,2 Mrd. Einwohnern sieht in Taiwan einen „Abtrünnigen“ und droht immer wieder mal mit Angriff. Doch auch hier gilt: Wirtschaftlich sind die Bande eng. Taiwan gehört zu den wichtigsten Auslandsinvestoren in China.

Ob Japan, Korea oder Taiwan: Die deutsche Wirtschaft pflegt zu allen drei Ländern intensive Kontakte. Besonders gilt dies für den IT-Sektor: In puncto Digitalisierung spielt das fernöstliche Trio weltweit ganz vorn mit. Umgekehrt ist das Interesse besonders an deutscher Umwelt- und Energietechnik groß: Weder Japan noch Korea oder Taiwan verfügen über nennenswerte eigene Rohstoffe. Erneuerbares steht hoch im Kurs.

Viele Flüge nach Tokio

All dies schlägt sich in der Zahl der Geschäftsreisen nieder. Seoul und Tokio rangieren fest in den Top-25-Reisezielen der deutschen Unternehmen. Der Vorteil, wenn es in Richtung Fernost geht: Die Auswahl an Flügen ist groß. Und damit liegen auch die Preise für Asien-Strecken vergleichsweise niedrig.

Nach Seoul verkehren gleich drei Gesellschaften direkt ab Deutschland, nämlich Korean Air, Asiana und Lufthansa. Korean startet täglich mit einem Riesen-Jumbo (Boeing B-747-8) ab Frankfurt; mehr als 70% der Gäste sind Geschäftsreisende. In die ebenfalls von Firmenkunden häufig frequentierte Küstenstadt Busan bietet Korean Air stündliche Anschlüsse ab Seoul. Der direkte Konkurrent Asiana steuert Südkoreas Hauptstadt ebenfalls täglich und nonstop ab Frankfurt an – seit Kurzem mit dem Riesen-Airbus A-380 statt mit einer Boeing B-777.

Ebenso viele Airlines fliegen nach Tokio: ANA, JAL und LH. ANA, mit fast 250 Flugzeugen Japans größte Fluggesellschaft, hebt jeden Tag ab München und Düsseldorf ab. Ab Frankfurt gibt es sogar zwei tägliche Verbindungen nach Tokio. Wettbewerber JAL mit gut 230 Maschinen bedient Japans Hauptstadt einmal pro Tag ab Frankfurt.

Taipeh schließlich ist durch die einheimische China Airlines angebunden: Als einzige Fluggesellschaft verbindet sie den deutschsprachigen Raum nonstop mit Taiwan. Ab Frankfurt startet täglich eine Boeing B-777; ab Wien ist ein Airbus A-350 im Einsatz. Konkurrent Eva Air fliegt mit einem Stopp ab Österreichs Hauptstadt.

Im Kampf um die Kunden versuchen dabei inzwischen fast alle Airlines, außer mit günstigen Preisen auch mit anderen Leistungen zu punkten. China Airlines beispielsweise hat die Freigepäckgrenze für Economy-Class-Passagiere von 20 auf 30 Kilo heraufgesetzt. Sogar zwei Koffer à 23 Kilo sind bei ANA, JAL, Korean und Asiana Standard.

Problematisch sieht es derzeit mit dem Umsteigen am Golf aus, zumindest was Katar betrifft: Das Land ist durch seine Nachbarn quasi abgeriegelt, und nur ein kleiner Luftkorridor bleibt der staatlichen Qatar Airways. Keine Auswirkungen hat dies auf Emirates und Etihad. Und wer Istanbul nicht scheut, fliegt derzeit besonders günstig mit Turkish Airlines. Den Weg über Astana oder Almaty schließlich nimmt die kasachische Air Astana: Von dort geht es zwei- bis viermal pro Woche weiter nach Seoul.

Japan-Spezialist Finnair

Eine Option für Fernost-Flüge, die ebenfalls preislich lukrativ sein kann, bieten europäische Fluggesellschaften. So entwickelt sich die polnische LOT zunehmend zum Asien-Spezialisten: Neben dem 2015 gestarteten Interkont-Dienst nach Tokio via Warschau kam 2016 auch Warschau–Seoul hinzu. Seit Juli 2017 wird diese Route sogar fünfmal wöchentlich geflogen, Tokio viermal. Und sobald weitere der bestellten „Dreamliner“ Boeing B-787 eintreffen, dürfte LOT die Frequenzen erhöhen. Zubringer gibt es außer ab Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Wien, Zürich und Genf neu auch ab Stuttgart.

Als weitere Alternative gilt Finnair. Mit Fukuoka, Nagoya, Osaka und Tokio bindet Finnlands Fluglinie sogar gleich vier japanische Städte direkt an Helsinki an. Hinzu kommt Seoul. Nach Japan starten von der finnischen Hauptstadt aus damit inzwischen mehr Flüge als von jedem anderen Airport Europas – insgesamt 35 pro Woche. Dabei setzt Finnair auf die geografisch vorteilhafte Lage des Drehkreuzes Helsinki: Die Nord-Strecken in Richtung Fernost sind dank der Erdkrümmung kürzer als alle anderen Routen aus Europa.

„Wir beabsichtigen, unseren Flugverkehr im asiatischen Raum bis 2020 zu verdoppeln“, kündigt Finnair-Chef Pekka Vauramo an. Sämtliche Interkont-Jets sind zudem inzwischen mit W-LAN ausgerüstet.

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1. JAPAN

Tokio
Foto: Istockphoto

Größe: 378.000 qkm (Deutschland: 357.000 qkm)

Einwohner: 127 Mio. (Deutschland: 82 Mio.)

Hauptstadt: Tokio (9,4 Mio. Einwohner)

BIP: 3.623 Mrd. Euro (Deutschland: 3.054 Mrd.)

BIP pro Kopf: 28.625 Euro (Deutschland: 36.920)

Führungsrollen: Elektronik, Maschinen, Auto, Chemie

Abhängigkeiten: Rohstoffe, Energie, Lebensmittel

Probleme: schwache Binnennachfrage, alternde Gesellschaft

Wichtigste Handelspartner: USA, China

Handelsaustausch mit Deutschland: Nach vielen Jahren des Wachstums kam es 2014 zu einem Rückgang beim Güteraustausch. Ingesamt wurden Produkte im Wert von knapp 36 Mrd. Euro gehandelt. 2015 stieg das Volumen wieder auf 37,2 Mrd. Euro. Dabei profitiert vor allem Japan: Aus Deutschland gingen Exporte von 17 Mrd. Euro in das fernöstliche Land; umgekehrt kaufte Deutschland Waren im Wert von 20,2 Mrd. Euro.

Im Welthandel liegt Japan mit 4% auf Platz 3 hinter den USA und China. Deutschland bezieht große Mengen an Hochtechnologie-Komponenten aus dem Land, die so komplex sind, dass andere Anbieter sie nicht ersetzen könnten. Gerade bei elektronischen Steuer- und Speicherbausteinen steht Japan weltweit auf Platz 1.

2. KOREA

Seoul
Foto: Thinkstock

Größe: 100.329 qkm (Deutschland: 357.000 qkm)

Einwohner: 51 Mio. (Deutschland: 82 Mio.)

Hauptstadt: Seoul (9,7 Mio. Einwohner)

BIP: 1.214 Mrd. Euro (Deutschland: 3.054 Mrd.)

BIP pro Kopf: 24.090 Euro (Deutschland: 36.920)

Führungsrollen: Elektronik, Maschinen, Chemie, Auto, Stahl

Abhängigkeiten: Rohstoffe, Energie, Lebensmittel

Probleme: Teilung des Landes, Exportschwäche

Wichtigste Handelspartner: China, USA

Handelsaustausch mit Deutschland: Deutschland und Korea handelten 2015 Produkte im Wert von 23,9 Mrd. Euro. Dabei profitiert Deutschland leicht mit Exporten von 12,2 Mrd. Euro. Bei den Direktinvestitionen im Land liegen die deutschen Unternehmen an dritter Stelle hinter Holland und England. Für Korea ist Deutschland der wichtigste europäische Handelspartner, und für Deutschland exportiert in Ostasien nur nach China noch mehr Güter.

Etwa 500 deutsche Unternehmen sind mit Töchtern oder Handelsvertretungen in Korea aktiv. Bemerkenswert ist, dass sich Korea von einem der ärmsten Länder der Welt (dies noch in den 60er-Jahren) zur elftreichsten Wirtschaft der Welt hochgearbeitet hat.

3. TAIWAN

Taipeh
Foto: Shutterstock

Größe: 36.190 qkm (Deutschland: 357.000 qkm)

Einwohner: 23,5 Mio. (Deutschland: 82 Mio.)

Hauptstadt: Taipeh (2,7 Mio. Einwohner)

BIP: 461 Mrd. Euro (Deutschland: 3.054 Mrd.)

BIP pro Kopf: 19.700 Euro (Deutschland: 36.920)

Führungsrollen: IT, Digitalisierung, Maschinen, Kreativindustrie

Abhängigkeiten: Rohstoffe, Energie, Lebensmittel

Probleme: Abwanderung, Fachkräftemangel, alternde Gesellschaft

Wichtigste Handelspartner: China, Japan

Handelsaustausch mit Deutschland: Offiziell pflegt Deutschland wegen seiner Ein-China-Politik zwar keine diplomatischen Beziehungen mit Taiwan. Tatsächlich ist das politische und wirtschaftliche Verhältnis aber eng. So sind 250 deutsche Firmen in dem kleinen Land aktiv – meist als Sprungbrett zur ungleich größeren Volksrepublik China.

Im Handelsaustausch profitiert Deutschland leicht, da es mehr nach Taiwan verkauft (9,9 Mrd. Euro), als Taiwan in Deutschland einkauft (7,4 Mrd. Euro). Nach England und Holland ist es drittgrößter Investor aus der EU. 2014 erwarb Merck das Unternehmen AZ Electronics für 460 Mio. Euro. Umgekehrt kauft Taiwan Werkzeugmaschinenfabriken in Deutschland auf.

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