Home

Streit um Insolvenz (0)

Niki zieht vor den Bundesgerichtshof

von Georg Jegminat, 09.01.2018, 13:28

Das Gezerre um die Niki-Insolvenz setzt sich fort. Nun liegt der Fall vor dem Bundesgerichtshof. Insolvenz-Verwalter Lucas Flöther treibt unterdessen den Verkauf von Geschäftsteilen an Vueling voran.

Insolvenz-Verwalter Lucas Flöther treibt den Verkauf voran.
Foto: Privat

Nun befasst sich bereits das vierte Gericht mit der Frage, wo die Insolvenz der Air-Berlin-Tochter Niki abgewickelt werden soll. Denn Niki hat beim Bundesgerichtshof (BGH) Einspruch gegen die Entscheidung des Landgerichts Berlin eingelegt. Dieses hatte am Montag gegen das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg geurteilt, dass Niki von einem österreichischen Insolvenz-Verwalter abgewickelt werden sollte. Parallel liegt ein Antrag auf Konkurseröffnung beim österreichischen Landesgerichts in Korneuburg vor.

Noch ist Lucas Flöther Insolvenz-Verwalter von Air Berlin und Niki und treibt die Verwertung der Betriebsteile voran. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Landgerichtsentscheidung hat Flöther Gespräche mit dem Vueling-Management aufgenommen. Vueling ist Teil des europäischen Luftfahrtkonzerns IAG, zu dem auch British Airways, Iberia, Aer Lingus und Level gehören. Anschließend hatte Vueling erklärt: „Wir sind weiterhin an Niki interessiert und bekennen uns zur Zusammenarbeit mit allen relevanten Beteiligten, um den Kauf der Niki-Vermögensgegenstände durch unsere neue österreichische Tochtergesellschaft zum Erfolg zu bringen.“

Zeitgewinn durch Einspruch bei Gericht

Der Einspruch beim BGH verschafft Flöther Zeit, möglichst hohe Erlöse aus der Verwertung der Air-Berlin-Gruppe zu erzielen. Möglicherweise wird das Geld nicht einmal ausreichen, um den Überbrückungskredit der Bundesregierung zu tilgen.

Flöther reagiert damit auf die neue Situation, die durch eine Initiative des Passagierrechte-Services Fairplane herbeigeführt wurde. Niki werde voraussichtlich bis Ende der Woche Antrag auf Eröffnung eines so genanntes Sekundär-Insolvenz-Verfahrens in Österreich stellen, teilt Flöther mit. Dieses Verfahren sei ohnehin ein wichtiger Schritt, um eine geordnete Abwicklung von Niki in Österreich zu gewährleisten. Darüber hinaus solle aber der geschlossene Kaufvertrag für den Niki-Geschäftsbetrieb kurzfristig über dieses österreichische Sekundär-Verfahren abgesichert werden.

Durch die Rechtsbeschwerde der Niki-Geschäftsführung gegen die Berliner Landgerichts-Entscheidung erlangt die Entscheidung keine Rechtskraft. Das vorläufige Insolvenz-Verfahren in Deutschland hat weiter Bestand.

Die Vueling-Mutter IAG will 15 Flugzeuge plus Flughafen-Slots übernehmen. Sie ist jedoch weder an der Firma noch an der Airline-Betriebsgenehmigung interessiert. Die Niki-Assets sollen in eine eigene Firma in Österreich eingebracht werden.

0 Leser-Kommentare

Google
Jetzt für Newsletter anmelden
  • Weitere Business Travel-News
Alle News im Überblick