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Wettbewerb kommt in Gang (0)

Easyjet startet erste Tegel-Liniendienste

05.01.2018, 11:37

Der britische Billigflieger Easyjet startet die ersten innerdeutschen Flüge. Am Vormittag fand der Erstflug von Berlin-Tegel nach München statt.

Ein Bild mit Symbolcharakter: Der innerdeutsche Erstflug von Easyjet führte an diesem Freitag von Berlin-Tegel nach München.
Foto: Günter Wicker/Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flugreisende innerhalb Deutschlands können wieder auf günstigere Ticketpreise hoffen. Mit ihrem Erstflug von Berlin-Tegel nach München hat Easyjet heute hierzulande den Inlandsverkehr aufgenommen. Damit bekommen der Marktführer Lufthansa und seine Billigflugtochter Eurowings mehr Wettbewerb. Mitte Dezember hatte Easyjet die in Tegel stationierten 25 Maschinen der insolventen Air Berlin übernommen einschließlich der wichtigen Start- und Landerechte.

Easyjet geht an diesem Sonntag mit 15 Flugzeugen und 19 Strecken ab Tegel an den Start, wie Deutschland-Chef Thomas Haagensen nun ankündigte. Darunter sind die innerdeutschen Verbindungen nach Düsseldorf, Frankfurt, München und Stuttgart. Zum Ende der Sommersaison sollen es dann mehr als 40 Strecken sein. „In einem Jahr werden wir voraussichtlich 15 Mio. Passagiere in Berlin haben“, sagte Haagensen. Das wären dreimal so viele wie zwei Jahre zuvor.

Lufthansa und Eurowings waren für gestiegene Preise auf Inlandsstrecken nach der Pleite von Air Berlin kritisiert worden. Der deutsche Marktführer hatte das zurückgewiesen mit dem Argument, das computer-gestützte Preisfindungssystem nicht geändert zu haben. Das Bundeskartellamt prüft dennoch die Preisgestaltung. Es gehe darum, festzustellen, ob Lufthansa „ihre neue Macht missbraucht und die Preise unangemessen heraufsetzt“ habe, hatte Kartellamtspräsident Andreas Mundt Ende Dezember der „Süddeutschen Zeitung“ gesagt.

Easyjet will nach Worten von Haagensen verstärkt Geschäftsreisende ansprechen mit Zielen wie Kopenhagen, Stockholm, Wien und Zürich. Die anderen Flüge gehen nach Budapest, Fuerteventura, Helsinki, Madrid, Mailand, Mallorca, Paphos (Zypern), Paris, Rom, Sizilien und Tel Aviv.

Berlins Flughafen-Chef freut sich auf Großkunde Easyjet

Der Berliner Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup begrüßte Easyjet in Tegel, nachdem die Briten seit 2004 bereits in Schönefeld aktiv sind. Bis zur geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadt-Flughafens Berlin Brandenburg (BER) werde Tegel „noch wertvolle Dienste leisten“, sagte Lütke Daldrup. Mit seiner Infrastruktur sei aber nur der BER in der Lage, mehr Interkont-Dienste für den Luftfahrtstandort Berlin zu entwickeln.

„Wir freuen uns darauf, alle unsere Aktivitäten in Berlin am Flughafen Berlin-Brandenburg zusammenzulegen, sobald der Flughafen im Oktober 2020 eröffnet“, sagte Haagensen mit Blick auf das geplante Eröffnungsdatum des BER. Berlin werde dann in Europa die zweitgrößte Basis von Easyjet sein.

In Tegel will Easyjet bis September auch rund 1000 neue Mitarbeiter einstellen, vorzugsweise ehemalige Angestellte von Air Berlin. Das Unternehmen werde dann bis zu 1700 Menschen in Deutschland beschäftigen, sagte Haagensen.

Zugleich baut auch Eurowings ihr Angebot am größeren der beiden Hauptstadt-Flughäfen aus. Vom 18. Januar an bietet die Gesellschaft Flüge ab Tegel nach Karlsruhe/Baden-Baden und München an. In Europa kommen Alicante, Budapest, Fuerteventura, Funchal (Madeira), Göteborg, Gran Canaria, Helsinki, Kopenhagen, Krakau, Lanzarote, Mailand, Malaga, Stockholm und Teneriffa hinzu. Insgesamt sind das 16 Ziele.

Die Air-Berlin-Pleite hatte 2017 das langjährige Wachstum in Tegel gestoppt. Die Betreiber zählten dort 20,5 Mio. Passagiere, 3,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Dank Schönefeld gab es an den beiden Berliner Flughäfen zusammen mehr als 33,3 Mio. Passagiere, ein kleines Plus von 1,3 Prozent. Die letzte Air-Berlin-Maschine war am 27. Oktober 2017 von München kommend in Tegel gelandet. (dpa)

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