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Wir lieben Geschäftsreisen

von Oliver Graue, 29.03.2018, 16:47

Deutsche Arbeitnehmer sind gern geschäftlich unterwegs. In einigen wesentlichen Punkten wünschen sie sich jedoch Abhilfe.

Unternehmen, die geschäftlich unterwegs sind, erhöhen ihre Attraktivität für Arbeitnehmer.
Foto: Getty Images/iStockphoto

Nur Stress und Anstrengung? Von wegen: Fast 75% aller deutschen Geschäftsreisenden sind gern unterwegs. Und knapp 25% würden sogar noch häufiger dienstlich die Koffer packen, wenn sie dürften. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von American Express. Danach schätzen vor allem jüngere Beschäftigte einen Business-Trip als willkommene Abwechslung zum Büroalltag. Besonders gern verbinden sie Dienstreisen mit privaten Erkundungen wie einem Bummel durch die Stadt.

Allerdings: Ganz in Rosarot malen nur die wenigsten ihre – wie es korrekt heißt – geschäftlich bedingte Auswärtstätigkeit. Für mindestens jeden Dritten bedeuten Verspätungen, lange und anstrengende Tage sowie die Trennung von der Familie zusätzlichen Stress. Und als Ärgernis empfinden es viele, wenn sie auf Dienstreise finanziell in Vorleistung gehen müssen – sei es bar oder mit der privaten Karte. Über eine Firmenkreditkarte verfügen derzeit nur 13% der deutschen Arbeitnehmer. Bei jenen, die mindestens einmal pro Monat geschäftlich unterwegs sind, haben immerhin 20% eine solche Corporate Card.

Leichteres Abrechnen

Neben der Tatsache, Ausgaben wie die Hotelübernachtung nicht vorstrecken zu müssen, schätzen Arbeitnehmer bei der Firmenkreditkarte auch „den geringeren Aufwand bei der Reisekostenverwaltung“, sagt Björn Hoffmeyer, Deutschland-Chef von American Express. Unternehmen wiederum komme die detaillierte Abrechnung all ihrer Dienstreisen zugute, welche sie von den Kartenherausgebern erhielten. Hoffmeyer: „Dadurch kann sich sowohl bei den direkten Reisekosten als auch bei den Verwaltungsausgaben im Unternehmen Einsparpotenzial ergeben.“

So profitieren Unternehmen

So beliebt Geschäftsreisen bei den Arbeitnehmern sind, so wichtig sind sie für die Arbeitgeber. Denn trotz aller Digitalität bleibt der persönliche Kontakt das A und O für den Geschäftserfolg. Diese wichtigen Ergebnisse brachte die American-Express-Umfrage für die Unternehmen:

Firmen profitieren von persönlichen Treffen. Mehr als die Hälfte der befragten Geschäftsreisenden gab an, dass sich durch den direkten Kontakt zu den Geschäftspartnern die Geschäftsbeziehung deutlich positiv entwickelte. Darauf sei nicht zu verzichten.

Geschäftsreisen erhöhen die Arbeitgeber-Attraktivität. Mit Dienstreisen verbinden die weitaus meisten Arbeitnehmer vor allem positive Erlebnisse. Dazu gehören die Abwechslung vom Büroalltag, die Entspannung und Ruhe in einem guten Hotel und die Möglichkeit, eine bis dato unbekannte Gegend erkunden zu können. Der Forsa-Umfrage stehen Geschäftsreisen ganz besonders bei der jungen Generation hoch im Kurs: Für 78% der unter-30-Jährigen ist das Arbeitsumfeld unterwegs ein Benefit, der die Attraktivität des Arbeitgebers erhöht.

Professionelles Travel Management mit Fokus auf den Reisenden tut not. Zwar schätzen Arbeitnehmer das beruflich bedingte Reisen, doch zugleich klagen sie über Stressfaktoren wie Verspätungen, Bahn- und Flugausfälle, unkomfortable oder weit entlegene Hotels oder langes Warten an Umsteigeflughäfen. Ein professionelles Travel Management, das versucht, diese Faktoren durch intelligente Planung und Richtlinien zu reduzieren, wirkt sich damit positiv auf das Unternehmen aus. Auch sollte Reisenden zeitliche Freiräume gegeben werden, damit sie neben der Arbeit etwa auch die Umgebung kennen lerenen können.

Reisende wollen von bürokratischen Aufgaben entlastet werden. Vor allem der Aufwand der Reisekostenabrechnung wird in der Forsa-Umfrage von vielen Arbeitnehmern beklagt. Entlastend wirken die Buchung möglichst vieler Reiseleistungen über ein zentrales Reisestellenkonto sowie die Ausrüstung der Mitarbeiter mit eigenen Kreditkarten. Somit muss kein Reisender in Vorleistung gehen, wenn mit dem Kartenherausgeber Zahlungsziele von etwa zwei oder vier Wochen vereinbart werden und der Reisende sofort nach dem Trip abrechnet. Bei der Umfrage gaben 50% an, dass sie eine solche Lösung schätzten.

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