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Small Planet arbeitet an Pünktlichkeit

von Rita Münck, 11.06.2018, 10:10

Die deutsche Ferienfluggesellschaft Small Planet hat jüngst einige negative Schlagzeilen produziert. Sie kämpft mit Verspätungen, verspricht nun aber Besserung.

Die Verspätungen der in Deutschland registrierten Ferienfluggesellschaft Small Planet haben sich jüngst gehäuft.
Foto: Paderborn-Lippstadt Airport

Verzögerungen am Flughafen Paderborn, auf Kreta und Mallorca: Zuletzt kam es immer wieder vor, dass Fluggäste, die auf Jets des deutschen Neulings Small Planet gebucht waren, mit langen Wartezeiten rechnen mussten. „Wir sind auf einem guten Weg“, versichert jetzt Marketing-Chef Jan Limbach, auch zuständig für den Kunden-Service bei der 2016 an den Start gegangenen Airline.

95 Prozent Pünktlichkeit

Limbach gesteht ein, dass die Performance von Small Planet in diesem Jahr noch nicht auf Vorjahresniveau ist. „Während 2017 nur gut zwei Prozent unserer Flüge unpünktlich waren, liegen wir derzeit bei fünf Prozent“, so seine Berechnungen. Im Umkehrschluss bedeute das aber auch, dass 95 Prozent der Flüge pünktlich seien, versucht Limbach eine positive Betrachtungsweise. Der Wert sei nicht außergewöhnlich, auch andere Fluggesellschaften hätten mit Verspätungen zu kämpfen.

Große Probleme auch bei Eurowings

In der Tat hat unter anderem Eurowings derzeit mit Unregelmäßigkeiten zu kämpfen. Die Airline leidet unter ihrem schnellen Wachstum nach der Air-Berlin-Insolvenz und konnte nicht so schnell wie geplant Flugzeuge und Crews in den Markt bringen. Allein im Mai soll Eurowings in Düsseldorf 253 Flugstreichungen verursacht haben, seit Jahresbeginn seien nun 672 Ausfälle registriert worden. Am Köln Bonn Airport verbuchte Eurowings einem aktuellem Bericht des „Express“ zufolge im vergangenen Monat sogar 266 Flugausfälle und kommt nun seit Jahresbeginn dort auf 529 Streichungen.

Entschädigungszahlungen in Arbeit

Ähnlich wie bei Eurowings hat auch Small Planet mit Crew-Problemen zu kämpfen. Das hat bei dem kleinen Neuling unlängst sogar zu einer 38-stündigen Verspätung geführt. Der Charter Carrier ist schnell gewachsen. So wurde die Flotte gegenüber Sommer 2017 im laufenden Sommer von fünf auf neun Maschinen aufgestockt, die allesamt im Auftrag von Veranstaltern fliegen. Bis zuletzt sei Personal rekrutiert worden. „Es ist nicht leicht, Flugbegleiter zu finden, viele zögern lange mit der Vertragsunterzeichnung, weil sie mehrere Bewerbungsverfahren parallel haben“, berichtet Limbach. Trotz der Air-Berlin-Insolvenz – oder gerade deswegen – seien Flugbegleiter stark gefragt. Spätestens zum Juli sei das Team komplett, verspricht der Marketing-Manager.

Nicht nur das Crew-Problem ist Small Planet eigenen Angaben zufolge angegangen, auch operativ hat das Management den Flugplan entschlackt, so dass die geplanten Umläufe für die eingesetzten neun Maschinen besser zu bewältigen seien.

Reisende, die aufgrund der Verspätungen Ansprüche auf Entschädigungen hätten, bittet Limbach indes um etwas Geduld. „Das Team, dass das bearbeitet, ist vergleichsweise klein. Aber wir gehen jedem Fall wie vorgeschrieben nach“, so das Versprechen von Small Planet, deren gleichnamige Muttergesellschaft in Litauen beheimatet ist. Auf Facebook kolportierte Gerüchte, die Airline würde nicht entschädigen, da sie Zahlungsprobleme habe, widerspricht Limbach indes vehement. „Davon kann überhaupt keine Rede sein. Wir gehen in diesem Jahr in Deutschland von 1,6 Mio. Passagieren und 170 Mio. Euro Umsatz aus. Mit Blick auf das Ergebnis rechnen wir mit einer schwarzen Null“, so Limbach. Wirtschaftlich laufe es bei Small Planet demnach nach Plan.

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