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Nach Rekordhalbjahr (0)

Münchens Airport investiert in Terminalausbau

von Lutz Schmidt, 10.07.2018, 12:13

Münchens Flughafen wächst und wächst und wächst. Im ersten Halbjahr legte der Passagierverkehr zwar nur um 2,7 Prozent zu, doch florieren die Auslandsdienste stärker. Das macht den Ausbau von Terminal 1 notwendig.

Seit Beginn des aktuellen Sommerflughplans hat die Lufthansa fünf Airbus A-380 in München stationiert. Deren Flüge nach Hongkong, Los Angeles und Peking sollen besonders gut gefüllt sein.
Foto: Alex Tino Friedel/DLH

Schon wieder ein neuer Rekordwert für den Münchner Flughafen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden dort 21,7 Mio. Fluggäste abgefertigt. Das waren 2,7 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreshalbjahr. Das klingt zwar vergleichsweise wenig, doch kommt allein der Europa-Verkehr auf knapp 600.000 zusätzliche Fluggäste, was einem Zuwachs von 4,6 Prozent entspricht.

Beachtenswert ist zudem, dass in München das Wachstum im ersten Halbjahr hätte noch deutlich höher ausfallen können. Doch kam es dort dieses Jahr bereits zu etlichen Flugausfällen. Die Airport-Verantwortlichen führen dies „zu einem Großteil auf Gewitterlagen“ zurück. So legte die Zahl der Starts und Landungen unter dem Strich lediglich um 0,2 Prozent auf 199.390 Flugbewegungen zu.

Vor diesem Hintergrund ist die Passagierzunahme von 2,7 Prozent durchaus bemerkenswert. Und: Auf Fernflügen reisten sogar rund fünf Prozent mehr Passagiere. An diesem überproportionalen Wachstum hatte die Lufthansa eine größeren Anteil. Schließlich sind seit Beginn des Sommerflugplans Ende März nun fünf Airbus A-380 der Lufthansa fest in München stationiert und steuern von dort Hongkong, Los Angeles und Peking an.

Erfolgsgeschichte A-380-Stationierung

Münchens Flughafen-Chef Michael Kerkloh spricht mit Blick auf die Stationierung der A-380-Teilflotte von einer „bemerkenswerten Erfolgsgeschichte“ und erwartet ein weiterhin überproprotionales Wachstum im Interkontinentalverkehr. Vom 17. November 2018 an will Avianca auch fünfmal wöchentlich München mit Bogota verbinden. Von ihrem heimischen Drehkreuz bedient die Avianca 20 Städte in Kolumbien sowie weitere 60 in Lateinamerika. In weniger als einem Jahr will zudem Latam München regelmäßig mit Sao Paulo verbinden.

Das Drehkreuz München dürfte also auch in naher Zukunft dynamisch weiter wachsen. Allein es fehlt eine dritte Start- und Landebahn, damit zu den Verkehrsspitzenzeiten auch neue Flüge realisiert werden können. Vor knapp zwei Wochen hatte der Aufsichtsrat der Flughafen-Gesellschaft bereits einen Beschluss zum Bau eines neuen Flugsteigs am Terminal 1 gefasst. Komplett aus eigenen Mitteln sollen dafür 455 Mio. Euro bereit gestellt werden. Der neue Flugsteig wird rund 320 Meter ins westliche Vorfeld hinein ragen und – je nach Größe – bis zu zwölf Parkpositionen bieten. „Die Gesamtfläche der Erweiterung inklusive der Umbauten in der heutigen Ankunft im Modul B beträgt rund 95.000 Quadratmeter“, sagt Kerkloh.

Der Baubeginn für den neuen Flugsteig könnte Anfang nächsten Jahres sein. Dafür müsste bis dahin allerdings auch das laufende Planfeststellungsverfahren und die Entwurfsplanung abgeschlossen sein. Kerkloh freut sich darauf bereits und sagt: „Wir haben somit die einmalige Chance, jene Defizite, die das Terminal 1 heute insbesondere im Hinblick auf den Non-Schengen-Verkehr aufweist, durch einen gezielten Modernisierungsschritt zu beheben.“ Dann kann auch das Wachstum im Europa-Verkehr weiter anziehen.

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