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Die Angebote der Airlines (0)

W-LAN im Flugzeug nutzen

von Martin Jürs, 01.06.2018, 12:36

Immer mehr Fluggesellschaften bieten ihren Kunden Internet an Bord. Die Tarife für das Surfen in zehntausend Meter Höhe variieren allerdings stark. Doch nicht nur die Kosten können zum Problem werden.

Surfen auch am Himmel? Viele Fluggesellschaften bieten dies bereits an.
Foto: Gettyimages

Noch ist das Angebot überschaubar: Erst rund eine Handvoll Flugzeuge von British Airways (BA) sind bislang mit moderner W-LAN-Technik ausgestattet. So können Reisende auch in luftiger Höhe SMS verschicken, E-Mails empfangen oder Streaming-Dienste nutzen. Doch das soll sich nun sukzessive ändern: In den kommenden fünf Jahren will die englische Fluggesellschaft ihre gesamte Kurz- und Langstreckenflotte mit entsprechenden W-LAN-Hotspots für den Internet-Empfang ausrüsten – immerhin gut 270 Maschinen.

Den zusätzlichen Kundenservice lässt sich das zur IAG-Gruppe gehörende Unternehmen einiges kosten: Die Ausstattung der Flieger mit der mobilen Web-Technik schlägt mit umgerechnet gut fünf Milliarden Euro zu Buche.

Während BA also erst am Anfang steht, was die Investitionen ins Internet über den Wolken anbelangt, sind andere Fluggesellschaften schon weiter – allen voran die Lufthansa. Diese reklamiert gar für sich, im Jahre 2003 die erste Fluglinie weltweit gewesen zu sein, die einen Langstreckenjet mit dem Surf-Service ausgestattet hat. Heute unterhält sie eigenen Angaben zufolge die größte Langstreckenflotte mit Internet-Zugang.

Web-Service wird zum Standard

Doch auch andere Fluggesellschaften wie Air Astana, Air France, Eva Air, Finnair oder Turkish Airlines bieten ihren Passagieren in immer mehr Langstreckenfliegern einen entsprechenden Service. Bei Air France zum Beispiel verfügen die sechs derzeit in der Flotte befindlichen Dreamliner über eine Anbindung. Und auch bei den bis 2021 hinzukommenden fünf zusätzlichen B-787 wird die Online-Technik von Beginn an vorhanden sein. In den zehn Airbus A-380 der Franzosen dagegen schauen die Passagiere online-technisch noch in die Röhre. Hier beginnt die Internet-Nachrüstung erst ab dem Winterflugplan 2018/19.

Turkish Airlines bietet W-LAN in ihren B-777-300-Maschinen und in einigen A-330 an – für Gäste der Business Class und für Elite-Mitglieder sogar gratis. Bei der kasachischen Air Astana ist der Service „My Wifi“ auf der gesamten B-767-Flotte verfügbar.

Flieger mit Flynet

Dabei kommen Fluggäste aber nicht mehr nur auf der Fernstrecke in den Genuss der Internet-Nutzung. Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke rüsten die Fluggesellschaften ihre Maschinen zusehends mit diesem Web-Service aus. Bei Air France verfügen derzeit 25 von 77 A-320 über einen Internet-Anschluss, bei Lufthansa sind gut 100 Flugzeuge der A-320-Familie mit dem sogenannten „Flynet“ der Airline ausgestattet.

Weltweit soll laut der Geschäftsreisekette BCD immerhin schon auf etwa 43% aller weltweit verfügbaren Sitzplatzkilometer W-LAN angeboten werden. Wobei die Fluglinien mit dem Web-Service auf ein gewandeltes Interesse der Passagiere reagieren. Lehnten 2013 laut einer Umfrage des Bundesverbandes der Deutschen Luftfahrtwirtschaft (BDL) noch 43% der Fluggäste die Nutzung des Internet an Bord ab, während 40% dies positiv bewerteten, hat sich dieses Verhältnis nun umgekehrt. In der BDL-Umfrage 2017 bezeichneten 47% der Befragten den Online-Zugriff im Flugzeug als „gut“, während nur noch 38% der Fluggäste diesen als „nicht gut“ ablehnten.

Kaum ein kostenfreies Angebot

So unterschiedlich der Stand bei der Ausstattung mit W-LAN ist, so verschieden sind auch die Kosten, die auf die Passagiere bei der Nutzung des Web über den Wolken zukommen. Gratis ist kaum ein Angebot. Allein beim Billigflieger Norwegian zahlen die Passagiere nichts – allerdings auch nur auf der Kurzstrecke. Auf der Langstrecke gibt es kein entsprechendes Angebot.

Ansonsten gibt es Ausnahmen, meist für Gäste der Premium-Flugklassen sowie Inhaber von Vielfliegerkarten: So können bei Finnair die Passagiere der Business Class sowie die Inhaber der Vielfliegerkarte in Gold den Web-Service zumindest die erste Stunde kostenfrei nutzen. Platinum-Mitglieder des Finnair-Vielfliegerprogramms wiederum zahlen für Internet an Bord generell nichts. Bei Turkish Airlines gilt das Erwähnte.

Gebühren nach Nutzungsdauer und Datenvolumen

Passagiere ohne Status dagegen müssen zahlen: Bei LH haben Flugäste auf der Langstrecke zum Beispiel die Wahl zwischen drei Paketen, gestaffelt nach der Nutzungsdauer. Das Flynet-Angebot auf der Kurz- und Mittelstrecke mit den Kategorien Message, Surf und Stream orientiert sich dagegen am Datenvolumen sowie der Übertragungsgeschwindigkeit. Teurer sind die Langstreckentarife.

Noch unübersichtlicher ist das Tarifangebot bei Iberia: Hier variieren die Preise auf der Langstrecke je nach Flugzeugtyp. Im Airbus A-330-200 gelten andere Tarife als in den Fliegern der Modellreihe A-340 und A-300.

Tabu an Bord bleibt trotz technischer Möglichkeiten das Telefonieren. Dies wird laut BDL-Umfrage nach wie vor nur von einer sehr kleinen Minderheit (14%) der Passagiere gewünscht. 52% der Fluggäste lehnen einen solchen Service strikt ab – noch.

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