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Verunglücktes Lion-Air-Flugzeug galt als fluguntüchtig

29.11.2018, 07:00

Der indonesische Billigflieger war vor einem Monat mit einer Boeing B-737 ins Meer gestürzt. Nun kamen Ermittler zum Ergebnis, dass die Maschine gar nicht hätte abheben dürfen. Bei dem Absturz starben 189 Menschen.

Angehörige der Opfer streuen an der Absturzstelle Blüten ins Meer.
Foto: imago/ZUMA Press

Die indonesische Passagiermaschine war bereits am Vortag der Katastrophe nicht mehr flugtüchtig gewesen, heißt es im vorläufigen Ermittlungsbericht. Der Billigflieger war dennoch gestartet. Die Piloten des Unglücksflugs mussten von Anfang an gegen einen Absturz kämpfen. Offenbar war die Software defekt.

Die fast nagelneue Maschine war am 29. Oktober nur 11 Minuten nach dem Start in Indonesiens Hauptstadt Jakarta ins Meer gestürzt. Dem Bericht zufolge zerschellte die Boeing B-737max mit der enormen Geschwindigkeit von 725 km/h auf dem Wasser.

Von den 189 Insassen überlebte niemand. Die Flugaufsichtsbehörde KNKT empfahl dem Billigflieger Lion Air, seine „Sicherheitsstandards“ zu verbessern. Die beiden Piloten versuchten mehr als zwei Dutzend Mal, die Maschine nach oben zu ziehen – letztlich aber ohne Erfolg. Der Ermittlungsbericht basiert auf dem inzwischen gefundenen Datenschreiber. Nach dem Stimmen-Rekorder, der die Gespräche im Cockpit aufzeichnet, wird auf dem Meeresgrund noch gesucht.

Chefermittler Nurcahyo Utomo berichtete, dass der Bordcomputer die Nase des Flugzeugs automatisch immer wieder nach unten gedrückt habe und die Crew versucht habe, sie nach oben zu steuern. Dieses Maneuvering Characteristics Augmentation System (MCAS) wurde von Boeing eigens für die B-737max entwickelt. Die Piloten hätten das System mittels zweier Schalter im Cockpit abstellen können, das taten sie jedoch nicht. Offenbar lieferte ein Sensor falsche Daten ans System. Dies war bereits am Vortag der Katastrophe der Fall gewesen. (dpa)

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