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2018 hatte jeder vierte ICE/IC Verspätung

10.01.2019, 12:20

Alles andere als eine gute Bilanz: Nur drei von vier Fernzügen der Deutschen Bahn erreichten im vorigen Jahr ihr Ziel pünktlich. Viele Geschäftsreisende nehmen zur Sicherheit inzwischen einen Zug vorher.

Schon wieder verspätet? Jeder vierte DB-Fernzug verfehlte 2018 die fahrplanmäßige Ankunft um mehr als fünf Minuten.
Foto: Deutsche Bahn AG

Zu viele Bahnen auf den Schienen und Mängel bei den Triebfahrzeugen: Die Fahrgäste der Deutschen Bahn mussten 2018 häufiger auf unpünktliche Bahnen warten. Jeder vierte Fernzug der Deutschen Bahn ist im vergangenen Jahr verspätet gewesen. Im Jahresdurchschnitt erreichten 74,9 Prozent der ICE, Intercitys und Eurocitys ihre Ziele pünktlich, wie die Bahn auf dpa-Anfrage mitteilt.

Damit verfehlte der Verkehrskonzern sein zu Jahresanfang 2018 angestrebtes Ziel von 82 Prozent deutlich. Dieses hatte Bahnchef Richard Lutz im Juli aufgegeben, zugleich von einer Trendwende im zweiten Halbjahr gesprochen, die aber nicht eintrat. Im Vergleich zu 2017 (78,5 Prozent) sank die Jahrespünktlichkeit um 3,6 Prozentpunkte.

Im Dezember 2018 kamen immerhin 76,9 Prozent der Fernzüge pünktlich an, das waren 6,5 Punkte mehr als im November, Im Nahverkehr wurden 94,0 Prozent erreicht, ein Plus von 1,7 Punkten verglichen mit November. Die Bahn wertet ihre Züge, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan ankommen als pünktlich.

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Vielfältige Ursachen für Verspätungen

Im Laufe des Jahres hatte die Bahn viele Störungen an der Infrastruktur und den Fahrzeugen als Ursachen genannt, verstärkt in der langen Hitzeperiode im Sommer. Hinzu kamen Stürme, Schnee und Eis im Februar und März sowie Sonderereignisse wie ein Großbrand bei Kassel im Juli, ein Feuer bei Siegburg im August oder der bundesweite Warnstreik im Dezember.

Die Bahn hat aber auch tief gehende hausinterne Probleme zugegeben: Dazu gehören Engpässe auf dem Schienennetz angesichts steigender Fahrgastzahlen und beim Personal.

Um Pünktlichkeit und Service-Qualität in den Griff zu bekommen, hat der Konzernvorstand um Bahnchef Richard Lutz ein Programm „für eine bessere Bahn“ aufgesetzt und im November dem Aufsichtsrat vorgestellt. Erforderlich seien erhebliche Investitionen in digitale Stellwerks- und Steuerungstechnik. Außerdem müsse es ein besseres Management bei den Wartungen geben, damit die ICE, aber auch Güterwaggons schneller wieder fehlerlos in den Betrieb kämen. (dpa)

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