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Hotelportal Booking.com streicht Personal drastisch zusammen

30.11.2018, 07:30

Steckt die Buchungsplattform Booking.com in Schwierigkeiten? Oder hat sie Probleme im Umgang mit Betriebsräten und Gewerkschaften? Offenbar sollen jetzt 345 von 800 Mitarbeitern in Deutschland gehen. Auf dem jüngsten Geschäftsreisekongress GBTA/VDR hatte das Portal noch groß geworben.

Booking.com soll weltweit 17.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Foto: Booking.com

Von den Problemen bei Booking.com berichtet die niederländische Wirtschaftszeitung Het Financieele Dagblad. Der Buchungskonzern sitzt in Amterdam. Unter anderem soll eines der beiden Berliner Büros geschlossen und befristete Verträge sollen nicht verlängert werden. Wie das Magazin „Gründerszene“ herausgefunden haben will, soll es bei dem holländisch-amerikanischen Buchungsportal Streit um die Arbeitsbedingungen gegeben haben.

Insgesamt arbeiten für das Hotelportal 800 Beschäftigte in Berlin. Von diesen sollen nun angeblich 345 gehen, schreibt die niederländische Zeitung. Spekuliert wird, dass es Konflikte zwischen dem Betriebsrat und der Führung des Konzerns gab. Das Berliner Arbeitsgericht beschäftige sich gerade mit „einer Reihe arbeitsgerichtlicher Urteils- und Beschlussverfahren unter Beteiligung der Bcom Customer Service Center“.

Offenbar hat ein Mitarbeiter kürzlich in einem Blog über die Arbeitsverhältnisse bei Booking berichtet. Diese sollen extrem schlecht sein. „Schon das Wort Betriebsrat war tabu, von Gewerkschaft ganz zu schweigen“, heißt es darin. Beschäftigte müssten „für jede Minute per Code im Computer eingeben, was sie getan haben“, schildert der Betriebsrat. Der „psychische Stress“ und die Krankheitsrate bei dem Konzern seien hoch.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi teilte mit, es gebe bei Bcom Customer Service keinen Tarifvertrag. Seit Jahren würden mehr als 40% der Beschäftigtenverhältnisse durch befristete Arbeitsverträge gehalten.

Auf Anfrage wollte sich Booking zu den Vorwürfen nicht äußern, bestätigte aber, die „zwei derzeit getrennten Kundendienstzentren in Berlin zu einem Standort zusammenlegen zu wollen“. Man wolle den Betrieb in Deutschland aufrechterhalten. (TOP)

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